Die Profil, Stahlkonstruktionen und Projektmanagement GesmbH mit
Sitz in 8750 Judenburg, Burggasse 81/1 hat am Landesgericht Leoben ein Sanierungsverfahren mit
Eigenverwaltung beantragt.
Verfahrenseröffnung:
- Gericht: Landesgericht Leoben
- Geschäftszahl: 18 S 35/10p
- Verfahrenseröffnung: 08.07.2010
- Verwalter: Dr. Erwin Bajc, Rechtsanwalt, Mittergasse 28, 8600 Bruck an der Mur
- Anmeldungsfrist: 25.08.2010
- Gläubigerversammlung: 28.07.2010, 14.00 Uhr
- Sanierungsplantagsatzung: 08.09.2010, 12.00 Uhr
Die Firma Profilstahl, Stahlkonstruktionen und Projektmanagement GesmbH hat beim
Landesgericht Leoben ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beantragt. Es handelt sich um das erste diesbezügliche Verfahren nach der Insolvenzrechtsnovelle 2010, welche am 01.07.2010 in Kraft getreten ist.
Der Gläubigerschaft wird im Rahmen eines Sanierungsplanes vorerst eine 30%ige
Quote, zahlbar in 2 Jahren, angeboten und gleichzeitig wurde der vom Gesetz geforderte
Finanzplan für die ersten 90 Tage vorgelegt, innerhalb welcher der Sanierungsplan
angenommen werden müsste. Ein Sanierungsverwalter wird nunmehr die Möglichkeiten
und Chancen einer Restrukturierung überprüfen, während im Bereich des gewöhnlichen
Unternehmensbetriebes nach den neuen gesetzlichen Bestimmungen die
Eigenverwaltung bestehen bleibt.
Das 1996 gegründete Unternehmen befasst sich mit der Planung, Lieferung und
Montage von schlüsselfertigen Bauten, dem Stahlkonstruktionshallenbau für Gewerbe und
Industrie, mit architektonischen Stahlkonstruktionen, mit Stahlkonstruktionen für den
Industrieanlagenbau sowie mit Dach- und Wandverkleidungen.
Im Unternehmen werden 27 Dienstnehmer beschäftigt, wobei jedoch gerade bei
Großprojekten zahlreiche Arbeiten im Subauftrag vergeben werden.
In den Jahren 2007 und 2008 wurden vermehrt Großprojekte angenommen und darin
sieht man auch die nunmehrige Insolvenzursache. So soll es zu Preissteigerungen am
Vormaterialsektor gekommen sein, welche man aufgrund der vereinbarten Fixpreise nicht
an die Kunden weitergeben konnte. Zudem wurden in die Entwicklung und
Anbotserstellung von weiteren Großprojekten als Generalunternehmer erhebliche Kosten
investiert, welche sich nachträglich als frustrierter Aufwand herausgestellt haben, da
infolge der Wirtschaftskrise zahlreiche bearbeitete Projekte gar nicht realisiert wurden.
Der
ursprüngliche Kernbereich (nämlich Aufträge für Hallenbauten und Hallenverkleidungen
mit der Auftragsgröße vonEUR 200.000,-- bis EUR 2,5 Mio.) habe darunter gelitten und diesem
Geschäftsfeld will man sich wieder stärker zuwenden. Zudem arbeitet man mit einem
Partner aus Deutschland im Photovoltaikbereich zusammen, welcher auch einen Betrag
bis zu EUR 1 Mio. für die Sanierung zuschießen würde.
Die Passiva belaufen sich auf EUR 11,8 Mio, wovon rund EUR 8,5 Mio. unbesichert sind. Man
befürchtet jedoch die Ziehung von Bankgarantien und dass Avale schlagend werden,
sodass sich die Passiva auf EUR 16,4 Mio. erhöhen könnten.
Die Aktiva nimmt man mit einem Buchwert von EUR 6,8 Mio. bzw. einen Verkehrswert von
EUR 5,9 Mio. an. Die Vermögenswerte sollen mit Sonderrechten in der Höhe von ca. EUR 3,8
Mio. belastet sein, sodass die angebotene 30%ige Quote im Falle einer Zerschlagung
nicht erzielbar sei.
Wie bereits eingangs ausgeführt, wird jedoch eine Fortführung und eine Entschuldung über Abschluss eines Sanierungsplanes angestrebt.
Sind Sie Gläubiger in diesem Verfahren?
Wenn Sie von dieser Insolvenz betroffen sind, ist es bis zur oben angegebenen Anmeldungsfrist notwendig, beim zuständigen Gericht Ihre Forderung bekannt zu geben. Zur optimalen Durchsetzung und Sicherung Ihrer Ansprüche vertreten wir gerne Ihre Interessen in diesem Verfahren.
Um für Sie tätig werden zu können, benötigen wir folgende Unterlagen:
- eine firmenmäßig gefertigte
Vollmacht
- Rechnungen, OP-Listen, etc. in 3-facher Ausfertigung
- Zur Überweisung künftiger Quotenbeträge Ihre Bankverbindung (IBAN, Internationale Bank Account Number, sowie BIC)
- Haben Sie Eigentumsvorbehalt vereinbart, ersuchen wir um Übersendung jener Bescheinigungsmittel, aus welchen sich die rechtsgültige Vereinbarung desselben und die Art der auszusondernden Ware ergibt sowie
einen schriftlichen Auftrag, dass wir den Eigentumsvorbehalt für Sie geltend machen sollen
Nach Erhalt dieser Unterlagen wird der AKV EUROPA Ihre Forderung ordnungsgemäß zur Anmeldung bringen, alle Maßnahmen zur Sicherung und Durchsetzung Ihrer Ansprüche ergreifen, sämtliche Gerichtstermine für Sie wahrnehmen und Sie über den Fortgang des Verfahrens informieren.
Sollten Sie weitere Fragen zu diesem Verfahren haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
AKV EUROPA
Geschäftsstelle Graz
Mag. Franz Blantz
Tel.: 0316/82 15 11
Mobil: 0664/845 92 07
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