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OÖ: INSOLVENZ KASBERG-BAHNEN GMBH & CO KG
Geschrieben am Donnerstag, 22.Juli. @ 09:35:10 CEST

 KB5 Business: Wirtschaft & Firmen. Die wirtschaftlichen Probleme der Kasberg-Bahnen GmbH & Co KG, 4645 Grünau Schindlbach 9, ist bereits aus den Medien bekannt. Nunmehr wurde durch den Rechtsvertreter der Firma ein Sanierungsverfahren beantragt. Das Landesgericht Wels hat diesem Antrag stattgegeben und mit Beschluss vom 22.07.2010 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Gesellschaft eröffnet.

Verfahrensdaten:

  • Gericht: Landesgericht Wels
  • Geschäftszahl: 20 S 98/10b
  • Verwalter: Insolvenz-Treuhand Gesellschaft m.b.H., 4600 Wels, Vogelweiderstraße 9
  • Verfahrenseröffnung: 22.07.2010
  • Anmeldungsfrist: 11.10.2010
  • Prüfungstagsatzung: 21.10.2010
  • Sanierungsplantagsatzung: 21.10.2010

Firmenbuch:

Die KASBERG-BAHNEN GmbH & Co KG existiert in der Rechtsform einer Kommanditgesellschaft seit 01.09.1967 und ist derzeit beim Landesgericht Wels zu FN 26019p protokolliert.

Kommanditisten mit folgenden Vermögenseinlagen sind:

  • Friedrich Drack, ATS 2.313.146,00
  • Franz Hinterberger, ATS 2.333.281,00
  • Raiffeisenbank Grünau - St. Konrad – Scharnstein reg. Gen.m.b.H. EUR 217.566,40
  • BHG Beteiligungsmanagement u. Holding GmbH EUR 648.799,20
  • Fuchs-Mayer-Revisions- und Wirtschaftstreuhandgesellschaft mbH ATS 1.522.243,00
  • Ing. Johann Drack, ATS 902.843,00
  • Gemeinde Grünau im Almtal EUR 718.400,00

Einziger unbeschränkt haftender Gesellschafter ist die KASBERG-BAHNEN GmbH. Diese Firma ist mit einem Stammkapital von EUR 145.345,63 ausgestattet, wobei Hauptgesellschafter die Gemeinde Grünau im Almtal ist.

Die Geschäftsführung liegt bei der persönlich haftenden Gesellschafterin, repräsentiert durch den Geschäftsführer Peter Grögler, der die Firma seit 05.10.2007 selbstständig vertritt.

Mit Prokura sind die folgenden Personen ausgestattet:

  • Hermann Hüthmayr
  • Friedrich Drack

Die Kommanditgesellschaft ist Gesellschafterin der Immobilien Tourismus Besitz- und Betriebs GmbH, wobei diese Gesellschaft mit einem Gesamtkapital von EUR 70.000,00 ausgestattet ist und davon EUR 1.050,00 von der Kommanditgesellschaft gehalten werden.

Im Unternehmen finden derzeit 9 Dienstnehmer Beschäftigung. Darüber hinaus gibt es weitere Dienstverhältnisse, die saisonbedingt unterbrochen sind. Die KASBERG-BAHNEN GmbH & Co KG betreibt - sowie es der Name ausdrückt - die Kasbergbahnen, nämlich die im Rahmen dieser Kasbergbahnen bestehenden Seilbahnanlagen und die dazugehörigen Pisten.

Die Geschäftsführungs-GmbH übt keine wie immer geartete sonstige Tätigkeit aus. Für diese wurde ebenfalls ein Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens überreicht. Das Gericht hat darüber noch nicht entschieden.

Sofern im Folgenden nicht gesondert darauf hingewiesen ist, betreffen die Ausführungen ausschließlich die Kommanditgesellschaft.

Zur wirtschaftlichen Entwicklung / Ursachen des Vermögensverfalles:

Dazu befinden sich umfangreiche Ausführungen in dem Gericht überreichten Antrag. Es wird darauf hingewiesen, dass dieser Betrieb keinem sonstigen Winterfremdenverkehrsverbund angehört, der erheblich investitionsintensiv ist und darüber hinaus natürlich der Betrieb stark witterungsabhängig läuft. Eine weitere Besonderheit ist, dass überwiegend Tagesgäste die Anlagen benützen.

Aufgrund der Bedeutung der Bahnen für die Region wurden in der Vergangenheit auch immer wieder Subventionen gewährt. Trotz diverser Maßnahmen wie auch Kapitalerhöhungen und Gewährung von nachrangigen Darlehen, musste auch in der Wintersaison 2009/2010 wiederum operativ ein Verlust und ein negativer Cashflow von EUR 500.000,00 hingenommen werden. Um die nächste Wintersaison überhaupt durchführen zu können, sind Investitionen in Form von Großreparaturen in der Größenordnung von ebenfalls EUR 500.000,00 erforderlich. Eine Sanierung des Unternehmens wäre damit allerdings nicht gegeben und die Gesellschafter sind ohne nachhaltige Sanierung des Unternehmens nicht bereit und auch teilweise nicht in der Lage, die dafür notwendigen Mittel aufzubringen. Weiters sind auch Mittel aufzubringen, um den operativen Betrieb aufrecht zu erhalten.

Eine Unternehmenssanierung des nachwievor aufrechten Betriebes soll im Wege eines Sanierungsverfahrens durchgeführt werden. Es müssten bisherige Zusagen, die sich auf die Ergebnisse negativ ausgewirkt haben, zurückgenommen werden, wie beispielsweise besondere Tarife. Weiters sind auch Synergieeffekte zu suchen und zwar im Bereich Energie, Werbung usw. Weitere Details sind hier nicht näher auszuführen. Wesentlich ist für die Gläubiger der folgende überreichte Sanierungsplan:

Die Gläubiger erhalten eine 20 %-ige Quote, zahlbar innerhalb von zwei Jahren nach Annahme des Sanierungsplanes, nicht jedoch vor Rechtskraft der Aufhebung des Sanierungsverfahrens.

Zur Vermögenslage:

Der vorliegende Status (der Kommanditgesellschaft) weist Verbindlichkeiten von ca. EUR 10,3 Mio. auf. Die Aktiva werden zu Verkehrswerten mit EUR 3,8 Mio. angegeben. Das sogenannte freie Vermögen wird lediglich mit EUR 416.000,00 bewertet.

Durch die Insolvenz sind rund 40 Gläubiger geschädigt.

Sind Sie Gläubiger in diesem Verfahren?
Wenn Sie von dieser Insolvenz betroffen sind, ist es bis zur oben angegebenen Anmeldungsfrist notwendig, beim zuständigen Gericht Ihre Forderung bekannt zu geben. Zur optimalen Durchsetzung und Sicherung Ihrer Ansprüche vertreten wir gerne Ihre Interessen in diesem Verfahren.

Um für Sie tätig werden zu können, benötigen wir folgende Unterlagen:

  • eine firmenmäßig gefertigte Vollmacht
  • Rechnungen, OP-Listen, etc. in 3-facher Ausfertigung
  • Zur Überweisung künftiger Quotenbeträge Ihre Bankverbindung (IBAN, Internationale Bank Account Number, sowie BIC)
  • Haben Sie Eigentumsvorbehalt vereinbart, ersuchen wir um Übersendung jener Bescheinigungsmittel, aus welchen sich die rechtsgültige Vereinbarung desselben und die Art der auszusondernden Ware ergibt sowie einen schriftlichen Auftrag, dass wir den Eigentumsvorbehalt für Sie geltend machen sollen

Nach Erhalt dieser Unterlagen wird der AKV EUROPA Ihre Forderung ordnungsgemäß zur Anmeldung bringen, alle Maßnahmen zur Sicherung und Durchsetzung Ihrer Ansprüche ergreifen, sämtliche Gerichtstermine für Sie wahrnehmen und Sie über den Fortgang des Verfahrens informieren.

Sollten Sie weitere Fragen zu diesem Verfahren haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
AKV EUROPA
Geschäftsstelle Linz
Dr. Franz Loizenbauer
Tel.: 0732/65 63 51
Mobil: 0664/845 92 01
E-Mail: linz@akveuropa.at


 
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