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ASB Graz gemeinnützige Rettung und Soziale Dienste GmbH

Die ASB Graz gemeinnützige Rettung und Soziale Dienste GmbH ist insolvent. 

Die gemeinnützige Gesellschaft steht im Alleineigentum des Vereins „Arbeiter Samariter Bund Österreichs, Gruppe Graz“

Die GmbH hat in Graz einen Rettungs- und Krankentransportdienst unterhalten.

Die Haupttätigkeit war jedoch der Betrieb von 8 Pflege- und Altenbetreuungseinrichtungen in der Steiermark mit 464 Betten.

Eines dieser Pflegeheime ist der „Tannenhof“ in St. Lorenzen im Mürztal, in welchem 42 Heimbewohner positiv auf Covid getestet wurden und 18 Personen verstorben sind. 

Während der Tannenhof behördlich geschlossen wurde, sind die 7 anderen Pflegeheime in Betrieb.

Im Unternehmen werden 311 Dienstnehmer beschäftigt.

Die Passiva betragen zumindest EUR 5,9 Mio. 

Man geht von einer Überschuldung von zumindest EUR 3,5 Mio. aus.

Eine Sanierung wird nicht angestrebt. 

Im Interesse der Pflegebefohlenen wird ein kurzfristiger Fortbetrieb sicherzustellen sein und die bereits eingeleiteten Übernahmeverhandlungen mit Interessenten fortzusetzen sein.

Insolvenzsache

Der Alpenländische Kreditorenverband gibt bekannt, dass über das Vermögen der ASB Graz gemeinnützige Rettung und Soziale Dienste GmbH ein Konkursverfahren eröffnet wurde.

Bereits in den letzten Tagen sind die finanziellen Schwierigkeiten des „ASB Graz“ infolge des defizitären Rettungs- und Krankentransportdienstes, aber insbesondere im Zusammenhang mit den Geschehnissen rund um das Pflegeheim „Tannenhof“ in St. Lorenzen im Mürztal an die Öffentlichkeit gelangt. Bekanntlich wurden im Seniorenkompetenzzentrum Tannenhof 42 Heimbewohner positiv auf COVID getestet, wovon 18 Personen verstorben sind. Die Vorkommnisse sollen laut Medienberichten zwischenzeitig nicht nur vom Land Steiermark, sondern auch von der Staatsanwaltschaft geprüft werden.

Die ASB Graz gemeinnützige Rettung und Soziale Dienste GmbH mit dem Sitz in 8055 Graz, Puchstraße 216 hat nun ihre Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit eingestanden und beim Landesgericht für ZRS Graz ein Insolvenzverfahren beantragt, welches heute am 30.04.2021 eröffnet wurde.

Unternehmensdaten

Alleingesellschafterin dieser im Jahr 2005 gegründeten  ASB Graz gemeinnützige  Rettung und Soziale Dienste GmbH  ist der Verein „Arbeiter Samariter Bund Österreichs, Gruppe Graz“.

Peter Scherling sen., geb. 30.11.1954 fungiert als handelsrechtlicher Geschäftsführer der GmbH und er ist neben weiteren Vorstandsmitgliedern alleinvertretungsberechtigter Vorstand des Vereins, der das Stammkapital der GmbH in der Höhe von EUR 35.000,00 zur Gänze hält.

Das Unternehmen gliedert sich in zwei Teilbereiche auf:

  1. Pflegeheime:

Bei der GmbH handelt es sich um eine gemeinnützige Gesellschaft und diese  betreibt folgende  8 Pflege- und Altenbetreuungseinrichtungen (Seniorenkompetenzzentren) mit 464 Betten:

  • Ahornhof, Bad Gleichenberg
  • Weidenhof, Stadl-Predlitz
  • Lärchenhof, Ratten bei Weiz
  • Lindenhof, Mooskirchen
  • Tannenhof, St. Lorenzen im Mürztal
  • Zirbenhof, St. Marein im Mürztal
  • Fichtenhof, St.Barbara im Mürztal
  • Erlenhof, Pernegg an der Mur

Die 8 Seniorenkompetenzzentren stehen im Eigentum von Dritten (insgesamt drei Vermieter), sodass die Pflegeheime angemietet sind.

  1. Rettungs- und Krankentransportdienst in Graz:

Zudem wird ein Rettungs- und Krankentransportdienst in Graz mit ca. 40 Fahrzeugen geführt, wobei im letzten Jahr ein Minus von EUR 320.000,00 in diesem Unternehmensteilbereich erwirtschaftet wurde. Dieser Verlust wird darauf zurückgeführt, dass es weniger Rettungseinsätze aufgrund der Lock-Down-Maßnahmen und weniger Krankentransporte gegeben hat. Gleichzeitig mussten jedoch für Corona-Transporte teure Schutzausrüstungen angeschafft und Fahrzeuge umgebaut werden. Der  schon längere Zeit  defizitäre Rettungs- und Krankentransportdienst soll in der Vergangenheit durch Überschüsse aus dem Pflegebereich querfinanziert worden sein. Diese Querfinanzierung sei notwendig gewesen, weil das schuldnerische Unternehmen bis dato vom Land Steiermark nicht als Rettungsdienst im Sinne des Steiermärkischen Rettungsgesetzes anerkannt wurde. Hinsichtlich eines ablehnenden Bescheides ist derzeit ein Rechtsmittel anhängig.

Weiters ist das Unternehmen im Katastrophenschutz tätig und führt Lehrgänge und Fortbildungen im Bereich Erste Hilfe und Covid-19 Hilfsmaßnahmen durch.

Im Jahr 2020 sollen 26.575 Hilfseinsätze gefahren worden sein.

Derzeit sind im Unternehmen 311 Mitarbeiter beschäftigt.

Nach der letzten veröffentlichen Bilanz 2019 wurde damals noch ein Jahresumsatz von mehr EUR 18 Mio. erwirtschaftet, wobei ein geringer Verlust in Höhe von EUR 70.000,00 vor Steuern durch die Auflösung von Rücklagen abgedeckt werden konnte.

Insolvenzursachen/Vermögenslage

 Hinsichtlich der Insolvenzursachen führt man aus, dass der bis 2019 positiv geführte Pflegebereich durch die Covid-19 Pandemie in die Verlustzone geraten ist.

Nach eigenen Angaben seien anfänglich die Pflegeeinrichtungen 9 Monate ohne Infektionen betrieben worden, ehe ab Herbst 2020 mehrere Pflegeeinrichtungen von der Pandemie betroffen waren. Mit dem Anstieg der Betreuungserfordernisse seien auch die Personalkosten deutlich gestiegen. Da es aber immer weniger hochqualifiziertes Pflegepersonal gibt, habe man auch weniger Bewohner aufnehmen können.

Durch das Ableben vieler Bewohner, welches jedoch nicht nur auf Corona zurückgeführt wird, sank die Belegung der Seniorenkompetenzzentren von durchschnittlich 95 % auf nur mehr 65 %.

Die hohen Infektionszahlen und Sterbefälle  im Pflegeheim Tannenhof in St. Lorenzen im Mürztal führten letztendlich zur Schließung dieses Standorts.

Die nachfolgenden medialen Berichterstattungen seien für das Unternehmen bei Nachbesetzungen und auch bei Spenden nachteilig gewesen, sodass diese ausblieben.

Wie bereits oben ausgeführt, seien in der Pandemie auch die Kranken- und Rettungseinsätze rückläufig gewesen, sodass man im Jahr 2020 einen Verlust von EUR 320.000,00 in diesem Unternehmensteilbereich erwirtschaftet hat.

Ein Gesamtergebnis für das Jahr 2020 liegt noch nicht vor.

Es dürften nachstehende Passiva vorhanden sein:

Finanzamt                                          EUR 2.119.727,89

ÖGK                                                    EUR    538.108,13

Mieten                                                EUR 1.505.219,64

Sonst. Verbindlichkeiten                 EUR    384.842,81

Insgesamt                                          EUR 4.547.898,47

Da jedoch die Löhne und Lohnnebenkosten für den Monat April 2021 offen sind, kann man von Verbindlichkeiten von zumindest EUR 5,9 Mio. ausgehen.

An Aktiva werden ein Bankguthaben von ca. EUR 1,2 Mio. und ein Anlagevermögen mit einem Buchwert von ca. EUR 1,18 Mio. angeführt.

Weitere Vorgangsweise 

 Eine Sanierung des Unternehmens wird nicht angestrebt.

Mit Ausnahme des Tannenhofs werden die 7 anderen Pflegeheime noch betrieben. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens wird die Fortführung dieser 7 Betriebe schon im Interesse der Pflegebefohlenen sicherzustellen sein. In diesem Zusammenhang werden kurzfristig Verhandlungen mit Übernahmeinteressenten zu führen sein, nachdem diesbezügliche Verhandlungen vom schuldnerischen Unternehmen bereits eingeleitet wurden.

Verfahrensdaten

Eröffnung:                                            30.04.2021

Anmeldefrist:                                       28.06.2021

Insolvenzverwalter: Scherbaum Seebacher Rechtsanwälte GmbH, Schmiedgasse 2, 8010 Graz

Gläubigerversammlung:                    17.05.2021, 11.30 Uhr

Berichts- und Prüfungstagsatzung:  12.07.2021, 10.45 Uhr

Forderungsanmeldungen können ab sofort über den AKV angemeldet werden.

Bei Veröffentlichung wird um Quellenangabe gebeten.

Rückfragenhinweis

AKV EUROPA
Alpenländischer Kreditorenverband

Geschäftsstelle Graz
Tel: 05 04 100 – 8000
Mag. Franz Blantz
Tel: 05 04 100-8180
Mobil: 0664/84 59 203