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ATB Spielberg GmbH

Insolvenzsache

Der Alpenländische Kreditorenverband gibt bekannt, dass über das Vermögen der ATB Spielberg GmbH ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet wurde.

Nach den bereits durch die Medien gegangen Meldungen bezüglich eines Dienstnehmerabbaus ist nunmehr ein Insolvenzantrag beim LG Leoben eingebracht worden.

396 Dienstnehmer und 782 Gläubiger betroffen.

Man geht von Passiva in der Höhe von rund EUR 43 Mio. aus.

Eine Sanierung wird angestrebt, wobei das Unternehmen nur in wesentlich verkleinertem Rahmen erhalten bleiben soll.

Unternehmensdaten

Wie bereits mehrfach durch die Medien gegangen, ist bei der ATB Spielberg GmbH mit Sitz in G.-Bauknecht-Straße 1, 8724 Spielberg mit massiven Veränderungen zu rechnen, kolportiert wurde letztlich der Abbau der Produktionseinheiten, wovon die meisten der 396 Dienstnehmer (davon 298 Arbeiter und 98 Angestellte) betroffen seien.

Mit heutigem Tage wurde seitens des Unternehmens beim LG Leoben ein Insolvenzantrag überreicht und die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung beantragt worden.

Das Unternehmen ist Teil der ATB Group, die seit 2011 zu 99 % im Eigentum der Wolong Investment GmbH steht. Die Geschichte der ATB Austria Antriebstechnik AG reicht mehr als 90 Jahre zurück. Die Unternehmensgruppe zählt zu den führenden Anbietern von elektrischen Antriebssystemen für Industrie- und Geräteanwendungen.

Das Produktportfolio der ATB Gruppe umfasst maßgeschneiderte Projekt- und Großmotoren, kundenspezifische Serien- und Industriemotoren, Elektromotoren für Haus- und Gartenprodukte sowie Lösungen für komplette Antriebssysteme.

Die Gesellschaft produziert derzeit an zwölf Standorten – in Spielberg, Welzheim, Mönchengladbach, Nordenham, Leeds, Norwich, Wuhan, Tarnow, Eindhoven, Shaoxing, Subotica und Bor – und beschäftigt mehr als 3.500 Mitarbeiter.

Die ATB Spielberg GmbH am Standort Spielberg wurde in dieser Rechtsform am Jahr 2006 gegründet. Alleingesellschafter ist die ATB Austria Antriebstechnik AG, die Geschäftsführung obliegt Dr. Wolfgang Pflüger, Mag. Rolf Primigg und Ruizhe Yu.

Das Unternehmen ist einer der führenden europäischen Hersteller von Elektromotoren und elektrischer Antriebstechnik im Bereich der Industriemotoren. Das umfassende Produktportfolio reicht von standardisierten Industriemotoren über kundenspezifische Spezialmotoren bis zu Haus- & Gartenanwendungen. Ergänzt wird dies durch Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten in diesen Bereichen sowie Kundenservice.

Insolvenzursachen / Vermögenslage

Die vorliegenden Unterlagen zeigen bereits seit dem Jahr 2017 massiv rückläufige Ergebnisse, sodass sich der Bilanzgewinn von rund EUR 1,11 Mio. zum 31.12.2016 in einen Bilanzverlust von rund EUR 7,35 Mio. zum 31.12.2018 gedreht hat.

Im Insolvenzantrag verweist man auf den rapide steigenden Kostendruck sowie auf die immer stärker werdende Konkurrenzierung durch Mitbewerber, welche ihre Produktion in sog. „Billiglohnländer“ ausgelagert hätten, verwiesen, parallel dazu ist auf Grund der immer höheren Spezialitätsanforderungen der Kunden eine steigende Kostenintensivität zu beobachten.

Letztlich führte auch die Covid-19 Krise zu massiven Planungsunsicherheiten.

Insgesamt ist daher eine positive Fortbestehensprognose ohne weitere finanzielle Zuschüsse aus der Unternehmensgruppe nicht darstellbar, und sieht sich auch die Gesellschafterseite vor diesem Hintergrund nicht mehr in der Lage durch weitere Zuschüsse den Betrieb des Unternehmens uneingeschränkt aufrecht zu erhalten.

Laut Insolvenzantrag werden die Aktiva zu Liquidationswerten mit rund EUR 6 Mio. in Ansatz gebracht, wobei auf Sachanlagen, Gesellschaftsanteile, die Schuldnerin hält eine 100%ige Beteiligung an der Motorenwerke Subotica d.o.o. in Serbien, und Finanzanlagen rund EUR 4,128 Mio. entfallen, Vorräte, Forderungen etc. werden mit EUR 1,872 Mio. beziffert.

Die Passiva ebenfalls zu Liquidationswerten werden mir rund EUR 42,946 Mio. angegeben, wobei insbesondere die Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern inkl. Abfertigungs- und Pensionsansprüchen etc. ins Auge fallen. Kreditinstituten schuldet man rund EUR 4,5 Mio., aus Lieferungen und Leistungen bestehen Verbindlichkeiten von rund 4,6 Mio.. Eingepreist wurden auch Verbindlichkeiten von rund EUR 15 Mio., welche aus Schadenersatzforderungen aus Vertragsauflösungen etc. erwartet werden.

Weitere Vorgangsweise 

Angestrebt wird ein Sanierungsplan, wobei den Gläubigern ein den gesetzlichen Mindesterfordernissen für ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung entsprechendes Anbot unterbreitet wird: Die Gläubiger erhalten eine Quote von 30 % innerhalb von 2 Jahren.

Eine Redimensionierung und Restrukturierung ist jedenfalls unumgänglich, wobei die Produktionseinheiten sukzessive abgebaut und an andere Standorte verlegt werden sollen. Die Finanzierung des Fortbetriebes soll ebenso wie der Sanierungsplan über die Gesellschafterseite erfolgen. Ein sukzessiver Abbau der Dienstnehmer wird damit einhergehen. Letztlich sollen am Standort in Spielberg lediglich die Logistik- und die Forschungs- und Entwicklungseinheit und das Kundenservice bestehen bleiben. Es muss daher davon ausgegangen werden, dass der Großteil der Arbeitsplätze letztlich wegfallen wird.

Verfahrensdaten

Eröffnung:                               28.07.2020

Anmeldefrist:                          23.09.2020

Gläubigerversammlung und Berichtstagsatzung: 19.08.2020, 12.10 Uhr

Prüfungstagsatzung:             07.10.2020, 12.00 Uhr

Sanierungsplantagsatzung:  21.10.2020, 12.00 Uhr

Zum Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Dr. Gernot Prattes, Hauptplatz 23, 8600 Bruck/Mur bestellt.

Forderungsanmeldungen können ab sofort über den AKV angemeldet werden.

Bei Veröffentlichung wird um Quellenangabe gebeten.

Rückfragenhinweis

AKV EUROPA
Alpenländischer Kreditorenverband

Geschäftsstelle Graz
Tel: 05 04 100 – 8000
Mag. Markus Graf
Tel: 05 04 100-8160
Mobil: 0664/84 59 203