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Borckenstein GmbH

Bereits im Zuge der gestrigen Veröffentlichung der AKV-Insolvenzstatistik haben wir aufgrund der zahlreichen Großinsolvenzen im Jahr 2018 auf einen bundesweit erfolgten Anstieg der Passiva und betroffenen Arbeitsplätze hingewiesen. Heute müssen wir nach der Kärntner Insolvenz der Firma a. zoppoth haustechnik gmbH vom 03.01.2019 mit 165 Dienstnehmern eine nächste Großinsolvenz, diesmal in der Steiermark, bekanntgeben.

 

Das vor 230 Jahren gegründete oststeirische Traditionsunternehmen Borckenstein GmbH mit dem Sitz in 8292 Neudau musste nach 2016 heute neuerlich Insolvenz beim Landesgericht für ZRS Graz anmelden.

 

Bereits im Zuge der Vorinsolvenz im Jahr 2016 wurde der Personalstand von ca. 300 auf 152 Dienstnehmer halbiert, nachdem bezüglich zahlreicher hergestellter Waren eine internationale Konkurrenzfähigkeit nicht mehr gegeben war.

 

Unternehmensgegenstand ist die Herstellung von hochwertigen Garnen und Zwirnen, wobei man sich zunehmend auf die Produktion technischer Textilien im Bereich des Brandschutzes spezialisiert hat.

 

Auch mit dieser reduzierten Produktpalette war offenbar eine internationale Konkurrenzfähigkeit nicht mehr gegeben.

 

Derzeit sind im Unternehmen 124 Dienstnehmer beschäftigt.

 

Der über die Weihnachstferien bestandene Betriebsurlaub ist bis heute verlängert, sodass derzeit kein Produktionsbetrieb stattfindet.

 

Ob und unter welchen Bedingungen ein Produktionsbetrieb überhaupt wieder aufgenommen werden kann, wird in den nächsten Tagen der bestellte Insolvenzverwalter zu klären haben.

 

Beantragt wurde ein Konkursverfahren, ob es zu einer neuerlichen Sanierung kommt, ist völlig offen und wird seitens des AKV Europa eher skeptisch beurteilt.

 

Die Verbindlichkeiten betragen auf Basis von Liquidationswerten
EUR 21.380.000,00.

 

Die Aktiva gibt man mit EUR 8.455.000,00 an.

 

Neben den 124 Dienstnehmer sind weitere 190 Gläubiger von der Insolvenz betroffen.

 

 

Insolvenzsache

Bereits 2016 war die Oststeiermark durch die Insolvenz der Firma Borckenstein GmbH in 8292 Neudau massiv betroffen, nachdem im Februar 2016 ein Insolvenzverfahren eingeleitet wurde und aufgrund des Verlusts der internationalen Konkurrenzfähigkeit zahlreicher Produkte im Zuge der Sanierung noch während des laufenden Insolvenzverfahrens der Personalstand von ca. 300 Dienstnehmern auf 152 Dienstnehmern fast halbiert wurde.

Auch mit der verbliebenen Produktpalette konnte offenbar eine nachhaltige Sanierung nicht erzielt werden, sodass das oststeirische Traditionsunternehmen Borckenstein GmbH heute am 10.01.2019 neuerlich ein Insolvenzverfahren beim Landesgericht für ZRS Graz beantragt hat.

Antragsgemäß wurde das Verfahren mit heutigem Datum eröffnet und zum Insolvenzverwalter wurde Dr. Alexander Isola, Rechhtsanwalt in 8010 Graz bestellt.

Unternehmensdaten

 

Unternehmensgegenstand ist die Herstellung von hochwertigen Garnen und Zwirnen.

Derzeit werden im schuldnerischen Unternehmen 124 Dienstnehmer beschäftigt.

Die Firma Borckenstein wurde vor 230 Jahren, nämlich im Jahr 1789, als erste mechanische Spinnerei Österreichs gegründet und seit dem Jahr 1845 befindet sich der Sitz in 8292 Neudau in der Oststeiermark. Seit 1928 wurde der oststeirische Leitbetrieb in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft geführt und ab dem Jahr 2008 hat die EOSS Gruppe des Investors Dipl. Ing. Peter Blaschitz einen Großteil der Aktien von den Privatstiftungen der Gründungsfamilien übernommen, sodass die Gesellschaft im Jahr 2010 in eine GmbH, nämlich die Borckenstein GmbH, umfirmiert wurde.

Bereits im Jahr 2013 wurde die italienische FIL MAN MADE GROUP mit Sitz in der Region Venetien, welche auf die Produktion technischer Textilien zum Brandschutz spezialisiert ist, als strategischer Partner gewonnen, wobei diese zunächst die Mehrheitsanteile übernommen hat. Seit dem Juni 2015 hat die FIL MAN MADE GROUP das Textilunternehmen zur Gänze übernommen, sodass das voll eingezahlte Stammkapital in der Höhe von EUR 2 Mio. von nachstehende Gesellschaften gehalten wird:

FIL MAN MADE GROUP S.r.l.           90 %

AO TIRSO S.r.l.                                 10 %

Die Geschäftsführung wird von Herrn Dr. Andrea Parodi wahrgenommen.

Vormalige Insolvenz 2016

 

Im Jahr 2016 wurde über das Vermögen des Unternehmens bereits ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung abgeführt. Im Zuge dieses Verfahrens mussten, um einen weiteren Bestand des Unternehmens überhaupt zu ermöglichen, einschneidende Restrukturierungs- und Redimensionierungsmaßnahmen ergriffen werden. So wurde das Produktionsvolumen durch eine Konzentration auf Spezialprodukte deutlich reduziert, zudem wurde der Mitarbeiterstand von ursprünglich 286 Dienstnehmern auf 152 Dienstnehmer verringert.

Hinsichtlich der Betriebsmittelfinanzierung konnten mit dem italienischen Mutterunternehmen über das damalige Insolvenzverfahren hinausreichende Vereinbarungen getroffen werden, wie auch der Hauptlieferant Lenzing AG die Sanierung massiv unterstützte.

Die vorhandenen Sicherheiten wurden in langwierigen Verhandlungen neu bewertet und wurden hinsichtlich der auf den Maschinen und Liegenschaften besicherten Forderungen der Hausbanken Rückzahlungserleichterungen gewährt.

Dies führte grundsätzlich zu einer Reduktion der im Rahmen des sodann abgeschlossenen Sanierungsplanes zu berücksichtigenden Forderungen auf rund EUR 11,38 Mio., nachdem die Gesamtverbindlichkeiten des Unternehmens ca. 34,1 Mio. betragen haben.

Der Sanierungsplan sah eine Gesamtquote von 20 % vor, davon eine 3 %ige Teilbarquote, sowie weitere drei Raten, und zwar 3 % 3 Monate, 5 % 12 Monate sowie 9 % 24 Monate ab Annahme des Sanierungsplans.

Der Sanierungsplan wurde angenommen und das Verfahren aufgehoben.

Während die zweite und dritte Rate noch relativ pünktlich geleistet werden konnten, trat das Unternehmen zuletzt an die Gläubiger mit Stundungsersuchen heran, wobei die in weiterer Folge getroffene Ratenvereinbarung letztlich nicht eingehalten werden konnte. Es kommt somit zum relativen Wiederaufleben der angemeldeten und anerkannten Altforderungen, dies in Höhe von rund EUR 7,8 Mio.

Insolvenzursachen / Vermögenslage

Bereits nach Aufhebung des ursprünglichen Sanierungsverfahrens bestanden nur eingeschränkte Möglichkeiten zur Fremdfinanzierung des operativen Betriebes, sodass weiterhin die italienische Muttergesellschaft wesentliche Finanzierungsfunktionen durch Stundung von Warenlieferungen übernehmen musste. Andererseits konnten die geplanten Produktionskapazitäten nicht erreicht werden, sodass die Firma Borckenstein GmbH bereits Mitte 2018 an ihre ursprünglichen Gläubiger mit dem Ersuchen der Stundung der letzten Sanierungsplanquote herangetreten ist. Nachdem diese Zahlungen nicht eingehalten werden konnten, wurde bereits von einem Gläubiger ein Insolvenzantrag gestellt. Da jedoch eine positive Fortführungsprognose nicht gegeben ist, hat das schuldnerische Unternehmen selbst die Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit eingestanden.

Das schuldnerische Unternehmen geht auf Basis von Liquidationswerten von nachstehendem Vermögensstatus aus:

Passiva:                                  EUR 21.380.000,00

Aktiva:                                    EUR   8.455.000,00

Überschuldung:                    EUR 12.925.000,00

Bei den Passiva sind wiederaufgelebte Forderungen aus der Vorinsolvenz in Höhe von EUR 7,8 Mio. angeführt. Die zweitgrößte Position sind Dienstnehmeransprüche mit EUR 5,8 Mio., wobei jedoch noch nicht entstandene Endigungsansprüche enthalten sind.

Die restlichen Verbindlichkeiten entfallen auf Banken, Lieferanten und öffentliche Gläubiger.

Nicht berücksichtigt sind auf der Passivseite konzerninterne Forderungen in der Höhe von ca. EUR 8,4 Mio., da man diese offenbar bereits selbst als Eigenkapital wertet.

Hinsichtlich der Aktiva ist auszuführen, dass diese weitgehend aufgrund erfolgter Verpfändungen mit Sonderrechten belastet sind.

 Weitere Vorgangsweise

Bereits aufgrund der eingeschränkten Liquidität befand sich das Unternehmen während der Weihnachtsfeiertage auf Betriebsurlaub, welcher bis heute verlängert sein dürfte. Während dieses Betriebsurlaubes dürfte mit Ende 2018 auch der Energieversorgungsvertrag abgelaufen sein, sodass diesbezüglich neue Verhandlungen aufzunehmen sind.

Faktisch besteht daher derzeit kein Produktionsbetrieb.

 

Der nunmehr bestellte Insolvenzverwalter wird daher vorrangig zu klären haben, ob und unter welchen Bedingungen der Produktionsbetrieb im Rahmen des Insolvenzverfahrens wieder aufzunehmen ist. Es sollen im Lager hohe Produktionskapazitäten sowie erhebliche Kundenbestellungen vorliegen, sodass eine Fertigstellung zu einer Wertsteigerung der Masse führen sollte.

Beantragt wurde ein Konkursverfahren, ob es zu einer neuerlichen Sanierung kommen kann ist derzeit offen und wird von unserer Seite eher skeptisch beurteilt.

Verfahrensdaten

 

Eröffnung: 10.01.2019

Anmeldefrist: 26.02.2019

Insolvenzverwalter: Dr. Alexander Isola, RA, 8010 Graz

Gläubigerversammlung: 22.01.2019, 11.30 Uhr

Berichts- und Prüfungstagsatzung: 12.03.2019, 10.40 Uhr

Rückfragenhinweis

AKV EUROPA
Alpenländischer Kreditorenverband

 

Geschäftsstelle Graz
Tel: 05 04 100 – 8000
Mag. Markus Graf
Mag. Franz Blantz
Tel: 05 04 100-8160
Tel: 05 04 100-8180
Mobil: 0664/84 59 203
Mobil:0664/84 59 207