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Sanierungsverfahren Herbitschek Gesellschaft m.b.H.

Insolvenzsache

Der Alpenländische Kreditorenverband gibt bekannt:

Heute hat im Sanierungsverfahren Herbitschek Gesellschaft m.b.H. mit den Sitz in 8673 Ratten am Landesgericht für ZRS Graz die Gläubigerversammlung stattgefunden.

Über das Familienunternehmen mit 289 Dienstnehmern wurde am 13.11.2019 ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet.

Der Sitz der Gesellschaft befindet sich in Ratten, Niederlassungen befinden sich in Zwölfaxing, Mürzzuschlag und Mönichwald.

Im Vordergrund des Verfahrens steht die Stabilisierung des Unternehmens im Rahmen eines Insolvenzfortbetriebs, da man bereits bei Insolvenzeröffnung die Befürchtung hatte, dass sich die Passiva zu Buchwerten in der Höhe von ca. EUR 13,8 Mio. im Falle einer Liquidation verdoppeln würden.

Zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung lagen 240 Bauvorhaben vor.

Von 4 Großprojekten sind die Insolvenzverwalter zurückgetreten, da sie schlecht kalkuliert waren und verlustbringend gewesen wären.

In welchem Umfang Restrukturierungsbedarf besteht, wird sich erst zeigen – bislang wurde noch kein Dienstverhältnis aufgelöst.

Ein aussagekräftiger Vermögensstatus unter insolvenzrechtlichen Kriterien wird erst erstellt.

Das schuldnerische Unternehmen selbst strebt weiterhin eine Weiterführung und den Abschluss eines Sanierungsplans mit der Gläubigerschaft an.

Bereits mit unserer Presseaussendung vom 13.11.2019 informierten wir Sie darüber, dass mit Edikt des Landesgerichtes für ZRS Graz vom selben Tag über das Vermögen des Familienunternehmens Herbitschek Gesellschaft m.b.H. mit den Sitz in 8673 Ratten ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet wurde. Im Edikt wurden bereits mehrere Tagsatzungen anberaumt, welche wir Ihnen am Ende dieser Aussendung überblicksmäßig bekannt geben.

Wir erlauben uns Ihnen nun 2 Wochen nach Insolvenzeröffnung und nach der heutigen ersten Gläubigerversammlung einen aktuellen Verfahrensstand zukommen zu lassen:

Im Vordergrund des Verfahrens steht derzeit die Stabilisierung des Unternehmens und die Abwicklung der laufenden Aufträge.

Zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung waren 240 Bauvorhaben anhängig und der offene Auftragsstand per 18.11.2019 hat sich auf ca. EUR 25 Mio. belaufen.

Es wurde ein besonderer Verwalter für Großprojekte/Bauvorhaben eingesetzt. Die Bauvorhaben wurden in unterschiedlichen Kategorien eingeteilt. Bei 5 Bauvorhaben, die jedoch einen offenen Auftragsstand von ca. EUR  11,9 Mio. aufweisen, zeigt sich, dass im Falle eines Vertragseintrittes erhebliche Verluste erzielt werden, sodass die zuständigen Insolvenzverwalter bereits bei 4 Projekten den Nichteintritt erklärt haben und beim 5. Bauvorhaben um Alternativlösungen bemüht sind.

In den sonstigen Bereichen wird das Unternehmen weitergeführt, wobei 289 Dienstnehmer, nämlich 168 Arbeiter, 90 Angestellte und 31 Lehrlinge beschäftigt werden. Obgleich das Unternehmen noch vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens das Frühwarnsystem eingeleitet hat, wurden bislang keine Dienstverhältnisse aufgelöst. Ob und in welchem Umfang Restrukturierungsbedarf besteht, werden erst die weiteren Überprüfungen zeigen.

Die monatlichen Lohnkosten belaufen sich auf ca. EUR 1,2 Mio., dies ohne Sonderzahlungen. Zudem befinden sich 47 Dienstnehmer noch im Abfertigungssystem “alt”, sodass auch im Falle einer Sanierung Rückstellungen in einer Größenordnung von ca. EUR 1,9 Mio. zu bilden sein werden.

Die Sicherung des Fortbetriebes stand schon deshalb im Vordergrund, da ein vorliegender Status Verbindlichkeiten zu Buchwerten in der Höhe von ca. EUR 13,8 Mio. aufgewiesen hat, wobei sich diese Verbindlichkeiten im Falle einer Liquidation verdoppeln würden.

Bereits diese Ausführungen zeigen, dass spezielle schlecht kalkulierte Großprojekte neben den Haftungen für die Herbitschek Projekt GesmbH für den wirtschaftlichen Niedergang verantwortlich sind.

Das Unternehmen verfügt über 4 Beteiligungen, die wir im Erstrundschreiben bereits aufgezählt haben. Die Herbitschek Projekt GesmbH, eine der Tochtergesellschaften, wollte vor allem im Wiener Raum Bauträgerprojekte entwickeln und auch abwickeln. Bei einem Bauvorhaben sind jedoch erhebliche Baumängel aufgetreten, sodass derzeit noch offen ist, in welcher Höhe die offenen Kreditverbindlichkeiten von ca. EUR 5,5 Mio. bei der schuldnerischen Gesellschaft schlagend werden, welche als Bürgin haftet. Zudem bestehen hohe offene Baukosten, welche entsprechend wertzuberichtigen sein werden. Auch der Wertberichtigungsbedarf der gesamten Außenstände lässt sich derzeit noch nicht abschätzen.

Zudem wurden erste Maßnahmen zur Bewertung des Insolvenzvermögens eingeleitet, insbesondere die Schätzung des beweglichen Anlage- und Umlaufvermögens.
Das schuldnerische Unternehmen ist zudem Eigentümerin einzelner Liegenschaften und Baurechte, einzelne Standorte wiederum werden über Bestandverträge genutzt, welche eine Schwestergesellschaft abgeschlossen hat.

Ein aussagekräftiger Vermögensstatus wird daher erst erstellt, sodass auch noch keine abschließende Stellungnahme zu einem Sanierungsplan abgegeben werden kann. Jedenfalls strebt das schuldnerische Unternehmen einen Fortbetrieb.

Ob und unter welchen Bedingungen das Unternehmen fortgeführt werden wird, wird sich nächste Woche in der Berichtstagsatzung entscheiden.

Der vorliegende Sanierungsplan enthält vorerst nur das gesetzliche Mindestanbot von 20 % binnen 2 Jahren.

Wir werden in den weiteren Verhandlungen um ein für die Gläubigerschaft bestmögliches Ergebnis bemüht sein. Um unsere Verhandlungspositionen zu unterstützen, laden wir Sie ein, dass Sie sich der von unserem Verband gebildeten Gläubigergruppe anschließen.

Verfahrensdaten

ANMELDEFRIST // 28.11.2019
GLÄUBIGERVERSAMMLUNG // 28.11.2019, 12:30 Uhr
BERICHTSTAGSATZUNG // 05.12.2019, 10:35 Uhr
PRÜFUNGSTAGSATZUNG // 05.12.2019, 10:35 Uhr
NACHTRÄGLICHE PRÜFUNGSTAGSATZUNG // 09.01.2020, 10:50 Uhr
PRÜFUNGSTAGSATZUNG // 09.01.2020, 10:50 Uhr
SCHLUSSRECHNUNGSTAGSATZUNG // 30.01.2020, 10:10 Uhr
PRÜFUNGSTAGSATZUNG // 30.01.2020, 10:10 Uhr
SANIERUNGSPLANTAGSATZUNG // 30.01.2020, 10:10 Uhr

Forderungsanmeldungen können ab sofort über den AKV angemeldet werden.

Bei Veröffentlichung wird um Quellenangabe gebeten.

Rückfragenhinweis

AKV EUROPA
Alpenländischer Kreditorenverband

Geschäftsstelle Graz
Tel: 05 04 100 – 8000
Mag. Franz Blantz
Tel: 05 04 100-8180
Mobil: 0664/84 59 207