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Herzog Kälte-Klima Anlagenbau GmbH

Insolvenzsache

Der Alpenländische Kreditorenverband gibt bekannt, dass über das Vermögen der Herzog Kälte-Klima Anlagenbau GmbH mit heutigem Tag ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beim LG für ZRS Graz eröffnet wurde.

Fortführung beabsichtigt, Restrukturierungsmaßnahmen werden zu ergreifen sein.  

Verbindlichkeiten betragen rund EUR 10,5 Mio.

103 Dienstnehmer und 226 Gläubiger betroffen.  

Sanierungsplan (30 % binnen 2 Jahren) angestrebt.

Unternehmensdaten

Wie bereits Ende letzte Woche vom Unternehmen selbst in einer Aussendung angekündigt, hat die Herzog Kälte-Klima Anlagenbau GmbH die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung beim LG für ZSR Graz am heutigen Montag beantragt.

Das bereits 1965 gegründete Traditionsunternehmen gliedert sich seit einer Neugliederung 2019 in die Unternehmensbereiche „Kälte & Klima“, „Heizung & Sanitär“, „Rohr & Anlagenbau“ und „Elektro & Regelung“.

Neben dem Stammsitz in Gradner Straße 60, 8055 Graz werden zwei Niederlassungen in Ricoweg 30/B1, 2351 Wiener Neudorf und Winetzhammerstraße 4, 4030 Linz unterhalten.

Im Unternehmen sind aktuell 103 Dienstnehmer (47 Arbeiter, 40 Angestellte, 16 Lehrlinge) beschäftigt.

Die Geschäftsführung nimmt seit 2015 Paul Herzog wahr.

Das Unternehmen hält auch eine 20%igen Anteil an der Kältering Austria Großhandels GmbH in Kremsmünster, wobei es sich um eine Handelsgesellschaft bzw. einen Einkaufsverbund für mehrere Unternehmen in der Kälte/Klima-Branche handelt.

Insolvenzursachen / Vermögenslage

Hinsichtlich der Ursachen verweist man einerseits auf die in den letzten Jahren umgesetzte Wachstumsstrategie mit dem Ziel als Komplettanbieter in der Gebäudetechnik österreichweit aufzutreten. Teil dieser Strategie war die erwähnte Neugliederung des Unternehmens in 4 Unternehmensteilbereiche, weiters wurde am Stammsitz in Graz das Bürogebäude neu errichtet.

Andererseits verweist man insbesondere auf die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie, welche zu massiven Auftragsverzögerungen bzw. –stornierungen nicht nur im Privatkundenbereich, sondern insbesondere auch im gewerblichen Bereich geführt hätten.

Durch die Wachstumsstrategie wurden erhebliche operative und finanzielle Ressourcen gebunden, was sich auch im vorläufigen Jahresabschluss 2019 mit einem massiven Verlust niederschlägt.

Die Passiva beziffert man mit rund EUR 10,5 Mio., wobei rund EUR 3,65 Mio. auf Bankverbindlichkeiten, rund EUR 1,9 Mio. auf Lieferantenverbindlichkeiten, der Rest auf Abgaben- und Steuerschulden sowie auf Dienstnehmeransprüche inkl. Endigungsansprüche (teilweise Abfertigung ALT) entfallen. Enthalten sind auch Eventualansprüche aus einer Garantieversicherung, welche derzeit mit rund EUR 770.000,00 in Anspruch genommen ist.

Die Aktiva beziffert man mit rund EUR 4,5 Mio., wobei rund 2/3 auf die im Eigentum stehende Betriebsliegenschaft bzw. das Betriebsobjekt, welches noch nicht zur Gänze fertiggestellt ist entfallen. Das Umlaufvermögen (Warenvorrat, Forderungen, Barmittel) wird  mit rund EUR 1,3 Mio. in Ansatz gebracht.

Insbesondere die Betriebsliegenschaft ist mit Pfandrechten der finanzierenden Bank belastet, sodass man von freien Vermögenswerten in der Höhe von rund EUR 1,5 Mio. ausgeht. Es ergeben sich somit nach dem Vermögensstatus unbesicherte Verbindlichkeiten in der Höhe von rund EUR 7,5 Mio.

Weitere Vorgangsweise 

Angestrebt wird ein Sanierungsplan, wobei man sich in Zukunft wiederum auf die Kernkompetenz Kälte-Klima-Technik konzentrieren möchte. Unrentable Unternehmensteilbereiche und Niederlassungen sollen geschlossen werden. In welchem Ausmaß hievon Dienstnehmer betroffen sein werden bleibt vorerst abzuwarten.

Einem vorgelegten Finanzplan, welcher im Detail noch zu prüfen ist, lassen sich innerhalb der nächsten dreieinhalb Monate namhafte Überschüsse entnehmen und lässt sich ableiten, dass der angestrebte Sanierungsplan aus dem Unternehmensfortbetrieb erwirtschaftet werden soll.

Angeboten wird der Gläubigerschaft ein Sanierungsplan, welcher eine Quote von 30 % binnen 2 Jahren vorsieht, eine Konkretisierung wird erst zu erfolgen haben.

Verfahrensdaten

Eröffnung:                                             16.11.2020

Anmeldefrist:                                        28.12.2020

Insolvenzverwalter:       Dr. Norbert Scherbaum, Rechtsanwalt in 8010 Graz, Schmiedgasse 2

Gläubigerversammlung:                     30.11.2020, 12.10 Uhr

Berichts- und Prüfungstagsatzung:  11.01.2021, 11.20 Uhr

Sanierungsplantagsatzung:                25.01.2021, 10.30 Uhr

Forderungsanmeldungen können ab sofort über den AKV angemeldet werden.  

Bei Veröffentlichung wird um Quellenangabe gebeten.

Rückfragenhinweis

AKV EUROPA
Alpenländischer Kreditorenverband 

Geschäftsstelle Graz
Tel: 05 04 100 – 8000
Mag. Markus Graf
Tel: 05 04 100-8160
Mobil: 0664/84 59 203