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KAPO Möbelwerkstätten GmbH

 

KAPO Möbelwerkstätten wiederum insolvent.

Verbindlichkeiten von zumindest EUR 5,98 Mio.

Ca. 200 Gläubiger betroffen.

Mögliche Fortführung und Sanierung derzeit offen

Insolvenzsache

Nachdem wie berichtet über die KAPO Holding GmbH am 26.06.2019 das Insolvenzverfahren eröffnet worden ist, hat nunmehr auch die KAPO Möbelwerkstätten GmbH neuerlich einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens eingebracht.

Die KAPO Unternehmensgruppe geht auf eine bereits im Jahr 1927 gegründete Tischlerei in Pöllau zurück, wobei man sich auf die Herstellung von Fenstern und Türen aus Holz und Holz-Alu, Portale, Wintergärten und Fassaden spezialisiert hat.

Die Unternehmensgruppe umfasst mehrere Unternehmen, wobei über die Harald Jodlbauer & Co GmbH, die NWW Neue Wiener Werkstätten GmbH sowie die KAPO Möbelwerkstätten GmbH im Jahr 2018 bereits Insolvenzverfahren eröffnet wurden.

Das vormalige Verfahren der KAPO Möbelwerkstätten GmbH endete nach Annahme eines Sanierungsplanes. Bei Verbindlichkeiten von rund EUR 6,43 Mio. war den Gläubigern eine Quote von 20 % angeboten worden, wobei 6,85 % als Barquote durch den Insolvenzverwalter ausgeschüttet wurden. Eine weitere Quote von 7 % wäre am 14.06.2019 fällig gewesen, konnte jedoch nicht mehr bedient werden.

Hervorzuheben ist, dass die KAPO Fenster und Türen GmbH nicht von gegenständlicher Insolvenz betroffen ist.

Unternehmensdaten

Die KAPO Möbelwerkstätten GmbH hatte zuletzt am Standort 8225 Pöllau, Hambuchen 478 hochwertige Möbel produziert. Nach der vorigen Insolvenz stellte man offenbar die Produktionskapazität aufgrund eines Vertrages mit einem deutschen Geschäftspartner weitgehend diesem zur Verfügung, wohingegen dieser ein Darlehen von über EUR 300.000,00 gewährt habe.

Alleigesellschafterin ist die KAPO Holding GmbH, die Geschäftsführung wird nunmehr vom am 02.07.2019 bestellten Notgeschäftsführer Mag. Klaus Rieger, geb. 21.12.1962, wahrgenommen, nachdem Karl Polzhofer, geb. 26.05.1949, im Mai 2019 zurückgetreten war.

Im Zuge der Vorinsolvenz kam es zu Teilschließungen, sodass zuletzt nur mehr das Polsterwerk mit 13 Dienstnehmern, von ursprünglich im Unternehmen beschäftigen 94 Dienstnehmern fortgeführt worden war. Seitens des Unternehmens war jedoch damals angekündigt worden, wiederum sowohl Produktion als auch Mitarbeiterstand wiederum auszuweiten.

Insolvenzursachen / Vermögenslage

Ein ausreichender Umsatz um die laufenden Kosten sowie die Sanierungsplanquote zu finanzieren dürfte offensichtlich nicht generiert worden sein. Ein aktuelles Rechnungswesen, für welches grundsätzlich die KAPO Holding GmbH zuständig war, ist zuletzt offenbar vernachlässigt worden.

Die Altforderungen aus der Vorinsolvenz leben zu 65,75 %, sohin ca. EUR 4,2 Mio., wieder auf, hinzu dürften neue Verbindlichkeiten bei der GKK sowie offene Dienstnehmeransprüche kommen. Weiters sind das oben erwähnte Darlehen sowie auch Verbindlichkeiten gegenüber der Holding zu berücksichtigen, sodass derzeit von Gesamtpassiva von rund EUR 5,98 Mio. ausgegangen werden muss, wenngleich die Verbindlichkeiten gegenüber der Holding von ca. EUR 600.000,00 als Eigenkapital ersetzend und somit nachrangig einzustufen sein dürften.

Mangels aktueller Buchhaltung ist derzeit auch unklar, welche Aktivwerte bestehen. Offene Forderungen, welche zudem allenfalls teilweise an die finanzierende Hausbank abgetreten sein dürften, sind erst zu prüfen. Das Anlagevermögen wie auch vorhandene Vorräte werden erst zu bewerten sein. Das Anlagevermögen wurde in der Vorinsolvenz mit rund EUR 388.000,00 in Ansatz gebracht.

Ein aussagekräftiger Vermögensstatus wird daher erst zu erstellen sein.

Weitere Vorgangsweise

Eine Betriebsfortführung ist aufgrund der Größe des Unternehmens und der zu sichernden Arbeitsplätze geplant, wird jedoch nur mit finanzieller Unterstützung von dritter Seite bzw. Zuführung von frischem Kapital möglich sein. Diesbezügliche Verhandlungen dürften bereits laufen und wird eine Fortführung wie auch eine mögliche Sanierung davon abhängen.

Ausdrücklich zu betonen ist nochmals, dass durch gegenständliche Insolvenz das Fensterwerk KAPO Fenster und Türen GmbH nicht betroffen ist.

 

Verfahrensdaten

Eröffnung: 11.07.2019

Anmeldefrist: 20.08.2019

Insolvenzverwalter: Dr. Candidus Cortolezis, RA, 8010 Graz, Hauptplatz 14

Berichts- und Prüfungstagsatzung: 03.09.2019, 11.20 Uhr

 

Rückfragenhinweis

AKV EUROPA
Alpenländischer Kreditorenverband

 

Geschäftsstelle Graz
Tel: 05 04 100 – 8000
Mag. Markus Graf
Tel: 05 04 100-8160
Mobil: 0664/84 59 203