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A. Hausmann GmbH

Insolvenzsache

Der Alpenländische Kreditorenverband gibt bekannt:

A. Hausmann GmbH meldet Insolvenz an.

Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung

250 Dienstnehmer und 452 Gläubiger betroffen.

Passiva betragen ca. EUR 26,2 Mio.

Fortführung und Redimensionierung beabsichtigt.

Gläubiger sollen 20 % binnen 2 Jahren erhalten.

Die A. Hausmann GmbH mit Sitz in 8600 Bruck/Mur, Bienensteinstraße 13 beantragt mit heutigem Tag beim LG Leoben die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung.

Unternehmensdaten

Das seit 1946 am Markt tätige Unternehmen besteht in der aktuellen Rechtsform seit dem Jahr 2010. Die Geschäftsführung nimmt seit 17.12.2021 Christoph Hausmann wahr.

Bei dem Unternehmen handelt es sich um ein Großhandelsunternehmen mit einem breiten Warensortiment im Non-Food Bereich, wobei Artikel im Bereich Haushalt, Büro/Papier/Schule, Spielwaren, Trend, Kosmetik/Pflege sowie Mode/Lifestyle angeboten werden.

Das Unternehmen ist an 7 Standorten tätig, nämlich in 6 stationären Filialen in Graz-Seiersberg, Bruck/Mur, Klagenfurt, Villach, Salzburg und Wiener Neudorf sowie eine Großhandelszentrale im B2B Bereich in Freistadt mit dem Schwerpunkt Spielware und Gartenmöbel.

Sämtliche Geschäftsflächen sind angemietet.

Ergänzend werden auf Kundenbestellung Werbeartikel individuell angefertigt und veredelt.

Im Unternehmen sind aktuell 250 Dienstnehmer*innen beschäftigt.

Das Unternehmen hält Beteiligungen an 7 weiteren Gesellschaften, wobei es sich um strategische Beteiligungen handeln soll, welche vom operativen Geschäftsbetrieb des Unternehmens losgelöst sind und selbstständig agieren.

Insolvenzursachen / Vermögenslage

Der Warenhandel beschränkt sich derzeit im Kern auf den stationären Offline-Handel und hierin liegt ein wesentlicher Mitgrund der nunmehrigen Insolvenzsituation. Im Zuge der diversen covidbedingten Einschränkungen (Lockdowns) war insbesondere der stationäre Warenhandel negativ betroffen, zumal diese teilweise auch gerade die umsatzstärksten Zeiträume betrafen. Zwar wurde versucht den Onlinehandel weiter auszubauen und dessen Ertragskraft zu verbessern, dem durch die Maßnahmen veränderten Kundenverhalten (Einkauf bei großen global tätigen Online-Warenhäusern) konnte dadurch jedoch nicht ausreichend begegnet werden.

Hinzu treten in den letzten Monaten erhebliche Lieferverzögerungen sowie Preissteigerungen, welche zu einem Einbruch der Nachfragesituation führten. Auch die steigenden Transportkosten beeinflussen die Liquidität nachteilig.

Auch im Bereich Großhandel kam es aufgrund des mangelnden Warenabflusses bei den Kunden des Unternehmens zu einem erheblichen Umsatzrückgang.

Diese Umstände führten auch zu einem erheblichen Lageraufbau asaisonaler Handelswaren.

Trotz eingeleiteter Restrukturierungsmaßnahmen habe sich die Ertrags- und Liquiditätslage weiterhin verschlechtert, sodass nunmehr der Insolvenzantrag gestellt wurde.

Die Verbindlichkeiten werden mit rund EUR 26,177 Mio. angegeben, wobei hier bereits Schadenersatzansprüche infolge von Vertragsauflösungen bzw. aus dem Abbruch von Warenlieferbeziehungen im Falle der Liquidation eingepreist wurden. Bereinigt um diese Positionen betragen die Passiva rund EUR 16,887 Mio. Lieferantenverbindlichkeiten bestehen in der Höhe von rund EUR 2,87 Mio., Kreditverbindlichkeiten bestehen unter Abzug gegebener Deckungen rund EUR 7,43 Mio., der Rest entfällt auf sonstige Verbindlichkeiten bzw. Dienstnehmeransprüche.

Die Aktiva wertet man erheblich ab, wobei insbesondere die Vorräte und die auf das Unternehmen registrierten nationalen Marken (derzeit nur vereinzelt im Gebrauch) für den Fall der Liquidation nur einen Bruchteil des Buchwertes erwarten lassen. Insgesamt bewertet man die Aktiva mit rund EUR 5,214 Mio., wobei rund EUR 1,149 Mio. durch Absonderungsrechte belastet sind, sodass sich freie Aktiva von rund EUR 4,064 Mio. ergeben.

Weitere Vorgangsweise

Angestrebt wird die Fortführung des Unternehmens, wobei man von deutlichen erforderlichen Restrukturierungsmaßnahmen ausgeht. Die Finanzierung des Fortbetriebes aus dem laufenden Cash-Flow scheint derzeit möglich, da im Hinblick auf den Schulbeginn im September die stärkste Saison anläuft und somit den erforderlichen Abbau des Warenbestandes erwarten lässt.

Angestrebt wird der Abschluss eines Sanierungsplanes, wobei den Gläubigern derzeit lediglich das Mindestanbot unterbreitet wird: Zahlung einer Quote von 20 % binnen 24 Monaten.

Verfahrensdaten

Landesgericht Leoben zur Geschäftszahl 18 S 39/22v Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet.

Zum Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Dr. Helmut Fetz, 8700 Leoben, Hauptplatz 11 bestellt.

Eröffnung:                                                                      24.08.2022

Anmeldefrist:                                                                 05.10.2022

Gläubigerversammlung und Berichtstagsatzung:   21.09.2022, 11.40 Uhr

Prüfungstagsatzung:                                                    19.10.2022, 11.00 Uhr

Sanierungsplantagsatzung:                                         16.11.2022, 11.00 Uhr

Forderungsanmeldungen können ab sofort über den AKV angemeldet werden.

Bei Veröffentlichung wird um Quellenangabe gebeten.

Rückfragenhinweis

AKV EUROPA
Alpenländischer Kreditorenverband

Geschäftsstelle Graz
Tel: 05 04 100 – 8000
Mag. Markus Graf
Tel: 05 04 100-8160
Mobil: 0664/84 59 203