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NORTHLAND OUTDOOR SHOP GmbH

Insolvenzsache

Der Alpenländische Kreditorenverband gibt bekannt:

NORTHLAND OUTDOOR SHOP GmbH meldet Insolvenz an!

Sanierung angestrebt.

Restrukturierungsmaßnahmen erforderlich.

79 Gläubiger sowie 113 Dienstnehmer betroffen.

Die Passiva sollen ca. EUR 10,16 Mio. betragen.

Die NORTHLAND OUTDOOR SHOP GmbH mit Sitz in 8010 Graz, Grabenstraße 90c hat mit heutigem Tag einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung beim LG für ZRS Graz eingebracht. Diesem Antrag folgend wurde das Verfahren eröffnet und Hon.-Prof.Dr. Axel Reckenzaun, RA, Annenstraße 10/I, 8020 Graz, als Insolvenzverwalter bestellt.

Unternehmensdaten

Das im Jahr 2006 gegründete Unternehmen verfügt in Österreich aktuell über ein Filialnetz mit 22 Filialen sowie über eine Filiale an einer eigenen Zweigniederlassung in Passau (Deutschland).

Am Sitz des Unternehmens befinden sich die Geschäftsführung und die Verwaltung. Die Geschäftsführung wird seit 01.09.2021 von Mag. Arno Pichler wahrgenommen.

Im Unternehmen sind aktuell 113 Dienstnehmer, davon 6 Dienstnehmer in der deutschen Zweigniederlassung, beschäftigt.

Das Unternehmen vertreibt hauptsächlich von der NORTHLAND GmbH bezogene Ware unter dem Markennamen „Northland Professional“, nämlich Outdoor und Sportbekleidung, Schuhe sowie Sportartikel. Produkte anderer Hersteller ergänzen das Produktportfolio.

Wesentlich Umsatzträger ist das Flächengeschäft, ein ebenso geführter Online-Handel hat nur untergeordnete Bedeutung.

Insolvenzursachen / Vermögenslage

Das Unternehmen hat zur Sicherung von gut frequentierten Flächen hinsichtlich der Filialen langfristige Mietverträge abgeschlossen, wobei insbesondere im Zuge der COVID-19 Pandemie Nachverhandlungen mit den Vermietern in vielen Fällen nicht erfolgreich waren, sodass es bei rückläufigen Umsätzen bei einer weiterhin hohen Fixkostenbelastung geblieben ist.

Hinzu kamen die durch die Maßnahmen begründeten Geschäftsschließungen sowie Betretungsverbote. Während im Geschäftsjahr 2020/2021 infolge der staatlichen Hilfen sowie den Nachholbedarf der Konsumenten nach Ende des Lockdowns im Februar 2021 noch ausreichende Ergebnisse erzielbar waren, führten die insbesondere in der „starken“ Wintersaison 2021 verfügten Zutrittsbeschränkungen für Ungeimpfte zu massiven Umsatzrückgängen, während der Geschäftsbetrieb aber aufrecht zu erhalten war und somit auch kaum staatliche Hilfen in Anspruch genommen werden können.

Nachdem die Warenbestellung in der Regel mit einer Vorlaufzeit von 9 Monaten verbunden ist, war damit in den letzten 2 Jahren eine Planbarkeit und realistische kaufmännische Vorschaurechnung nahezu verunmöglicht.

Infolge der COVID 19-Krise sind auch die Lieferketten aus Fernost zum Teil komplett zusammengebrochen.

Weitere Faktoren sind die massiven Preissteigerungen hinsichtlich der Wareneinkaufspreise sowie auch nunmehr im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise steigende Energiekosten bzw. Transportkosten.

Die Verbindlichkeiten betragen laut dem vorgelegten Vermögensstatus rund EUR 10,16 Mio., wobei rund EUR 4,5 Mio. auf ein Darlehen der Alleingesellschafterin entfallen, sohin die Frage des Eigenkapitalersatzes im Raum steht, rund EUR 3,93 Mio. hat man für Schadenersatzansprüche wegen möglicher vorzeitiger Vertragsauflösungen hinsichtlich der Mietverträge eingepreist.

Die Aktiva werden mit rund EUR 1,72 Mio. in Ansatz gebracht, sodass eine rechnerische Überschuldung von rund EUR 8,44 Mio. vorliegt.

Weitere Vorgangsweise 

Beabsichtigt ist die Fortführung des Unternehmens, wobei von erheblichem Restrukturierungsbedarf auszugehen ist. So wird neben einer Anpassung des Warensortiments sowie der Warenbeschaffung insbesondere auch eine Neustrukturierung der Geschäftsflächen und eine Anpassung der Mitarbeiteranzahl erforderlich sein, um künftig positive Ergebnisse erzielen zu können.

Angestrebt wird der Abschluss eines Sanierungsplans und wird den Gläubigern eine Gesamtquote von 20 % binnen 2 Jahren (5 % als Barquote, weitere 15 % binnen 24 Monaten) angeboten.

Verfahrensdaten

Eröffnung:                                             06.04.2022

Anmeldefrist:                                        17.05.2022

Berichts- und Prüfungstagsatzung:  31.05.2022, 10.15 Uhr

Sanierungsplantagsatzung:                28.06.2022, 10.15 Uhr

Forderungsanmeldungen können ab sofort über den AKV angemeldet werden.

Bei Veröffentlichung wird um Quellenangabe gebeten.

Rückfragenhinweis

AKV EUROPA
Alpenländischer Kreditorenverband

Geschäftsstelle Graz
Tel: 05 04 100 – 8000
Mag. Markus Graf
Tel: 05 04 100-8160
Mobil: 0664/84 59 203