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pre tv Gesellschaft für Film- und Videoproduktionen m.b.H.

Insolvenzsache

Der Alpenländische Kreditorenverband gibt bekannt:

pre tv Gesellschaft für Film- und Videoproduktionen m.b.H. meldet Insolvenz an!

Man ist/war an zahlreichen nationalen/internationalen Filmproduktionen beteiligt.

22 Dientnehmer und 25 Gläubiger betroffen.

Überschuldung beträgt EUR 1.613.000,-.

Fortführung und Sanierung beabsichtigt.

Die pre tv Gesellschaft für Film- und Videoproduktionen m.b.H. mit Sitz in 8045 Graz, Ziegelstraße 20 und einer Niederlassung in 1120 Wien, Edelsinnstraße 58 hat einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung beim LG für ZRS Graz eingebracht. Mit der zeitnahen Eröffnung ist zu rechnen.

Unternehmensdaten

Das in dieser Rechtsform seit 2008 bestehende Unternehmen übernahm im Jahr 2012 das Vermögen der Media Süd-Ost Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft mb.H. Nfg. & Co. KG und im Jahr 2013 jenes der Gesellschaft für Video – Produktion m.b.h. Nfg. & Co KG. Aktuell sind Gesellschafter Mag. Nikolaus Wisiak, Dr. Peter Bartl sowie Astrid Bartl.

Mag. Nikolaus Wisiak fungiert als handelsrechtlicher Geschäftsführer.

Unternehmensgegenstand ist vorrangig die Überlassung von Arbeitskräften bzw. die Vermietung von Kamerateams an den ORF bzw. internationale Sender. Mit Ende der 1980er begann man zunehmend für den ORF Serienproduktionen herzustellen, in weiterer Folge auch Dokumentationen für den internationalen Fernsehmarkt, darüber hinaus verweist man auch auf Wirtschaftsfilme für internationale Unternehmen.

Mit Anfang der 2000er Jahre begann man sich zunehmend in internationalen Co-Produktionen zu engagieren, seit dem Jahr 2012 wurden hier verstärkt Dokumentationen hergestellt, mit Fokus auf historische Dokumentationen, Naturfilme und Dokumentationen über Kunst und Kultur. Internationale Partner waren neben dem ORF u.a. ARTE, ZDF, ARD, WDR, SWR BR etc. und auch France Television, CCTV, PBS oder BBC4. Parallel wurden Kooperationen mit Produktionsfirmen aus Deutschland, England, Italien und Frankreich eingegangen.

Im Zeitraum 2009 bis 2017 betrieb man zusätzlich im ORF-Zentrum Schnittplätze für die Postproduktionen von Langformaten, die im ORF als Eigenproduktionen hergestellt wurden, z.B. „Schauplatz“, „Schauplatz Gericht“, „konkret“, „Bürgerforum“ sowie die diverse Shows. Ab 2018 erfolgte dies offenbar wieder über den ORF selbst.

Das Unternehmen wurde auch verschiedentlich prämiert und es gab Nominierungen bzw. Auszeichnungen bei verschiedenen nationalen und internationalen Filmfestspielen.

Im Unternehmen sind aktuell 22 Dienstnehmer beschäftigt, darüber hinaus werden 14 freie Mitarbeiter (davon 5 geringfügig angemeldet) beschäftigt.

Insolvenzursachen / Vermögenslage

Zu den Insolvenzursachen verweist man auf den deutlichen Rückgang im Bereich Personalvermittlung, Teamvermietung und Schnittplatzvermietung in den letzten Jahren, wobei die Preise für die erbrachten Dienstleistungen aufgrund des Konkurrenzdrucks nur geringfügig angehoben haben werden können.

Zur Verbesserung der erwirtschafteten Deckungsbeiträge legte man den Fokus zusehends auf internationale Produktionen bzw. Co-Produktionen.  Diese bringen jedoch eine deutlich längere Durchlaufzeit mit sich, sodass eine entsprechende Finanzierung erforderlich war. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2020 ein AWS-garantierter Einmalkredit aufgenommen. Die Akquise von Kunden erfolgt hier vornehmlich über internationale Messen, welche im Zuge der COVID-19 Pandemie ausgesetzt wurden, andererseits kam es zu einer erheblichen Verteuerung der Produktionskosten, sodass die strategische Neuausrichtung des Unternehmens erheblich negativ beeinflusst wurde.

Das Unternehmen sieht sich daher nicht mehr in der Lage Liquiditätsspitzen abdecken bzw. die ab Ende 2022 fälligen Rückzahlungen auf den AWS-garantierten Einmalkredit tätigen zu können, sodass nach eigenen Angaben der Eintritt der Zahlungsunfähigkeit unmittelbar bevorstehe.

Die Verbindlichkeiten betragen laut vorgelegtem Vermögensstatus rund EUR 1,9 Mio. wovon rund EUR 1,15 Mio. auf Bankverbindlichkeiten entfallen, Lieferanten schuldet man rund EUR 37.000,-, die restlichen Verbindlichkeiten entfallen auf Steuer- und Abgabenverbindlichkeiten sowie Dienstnehmeransprüche.

Die Aktiva werden unter Liquidationsprämissen mit EUR 287.000,- angesetzt, wovon ein Teilbetrag von EUR 140.000,- durch Absonderungsrechte belastet ist, das freie Vermögen sich sohin auf EUR 147.000,- beläuft. Man verweist insbesondere auf die erforderlichen Abwertungen für unfertige Erzeugnisse wie nicht ausgestrahlte Produktionen im Hinblick auf noch erforderliche Fertigstellungsarbeiten im Falle der Schließung und Liquidation des Unternehmens.

Weitere Vorgangsweise

Angestrebt wird die Fortführung des Unternehmens, wobei im Hinblick auf den erstellten Finanzplan und den beabsichtigten Sanierungsplan darauf verwiesen wird, dass dies aus dem Unternehmensfortbetrieb alleine nicht finanzierbar sein wird.

Man erachtet daher die Umsetzung folgender Alternativen als geboten:

  • Beteiligung eines Neuinvestors,
  • Verkauf eines Teilbetriebes oder
  • Versilberung unfertiger Leistungen (Produktionen)

Man geht auch von der Notwendigkeit von Kapazitätsanpassungen aus.

Angeboten wird ein Sanierungsplan, welcher eine Gesamtquote von 20 % binnen 2 Jahren vorsieht.

Verfahrensdaten

pre tv Gesellschaft für Film- und Videoproduktion m.b.H. zur Geschäftszahl 27 S 91/22t.

Zum Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Mag. Stefan Kohlfürst, St. Veiter Straße 99, 8046 Graz bestellt.

Eröffnung:                                             09.05.2022

Anmeldefrist:                                        07.06.2022

Berichts- und Prüfungstagsatzung:  21.06.2022

Sanierungsplantagsatzung:               12.07.2022

Forderungsanmeldungen können ab sofort über den AKV angemeldet werden.

Bei Veröffentlichung wird um Quellenangabe gebeten.  

Rückfragenhinweis

AKV EUROPA
Alpenländischer Kreditorenverband

Geschäftsstelle Graz
Tel: 05 04 100 – 8000
Mag. Markus Graf
Tel: 05 04 100-8160
Mobil: 0664/84 59 203