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Solarenergie RA GmbH

Insolvenzsache

Der Alpenländische Kreditorenverband gibt bekannt:

Die Solarenergie RA GmbH meldet Insolvenz an.
Aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beantragt.
Passiva rund EUR 1,87 Mio.
6 Dienstnehmer und rund 27 Gläubiger betroffen.
Nach Restrukturierung Abschluss eines Sanierungsplanes angestrebt.
Gläubiger sollen 30% erhalten

Aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit hat das Unternehmen Solarenergie RA GmbH einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung gestellt. Dem Antrag Folge gebend wurde das Verfahren am 09.09.2021 beim Landesgericht für ZRS Graz eröffnet und Dr. Clemens Jaufer, Rechtsanwalt in 8010 Graz, Glacisstraße 35, zum Sanierungsverwalter bestellt.

Unternehmensdaten

Der Sitz der im Jahr 2012 gegründeten Gesellschaft befindet sich in Sterngasse 3/2/6, 1010 Wien, die tatsächliche Geschäftstätigkeit sowohl in operativer als auch strategischer Hinsicht findet jedoch in der Steiermark statt, sodass man das LG für ZRS Graz für zuständig erachtet.

In Wien wird lediglich ein gemietetes Büro unterhalten, ein weiteres gemietetes Büro befindet sich in Bad Radkersburg.

Geschäftsführender Alleingesellschafter ist Josef Meixner, geboren 17.04.1964. Weiters verfügt Helmut Pock, geboren am 10.06.1985, über eine Generalvollmacht, um den Geschäftsführer in allen Angelegenheiten rechtswirksam zu vertreten.

Unternehmensgegenstand ist der Betrieb von Photovoltaik-Anlagen, wobei auf einer im Alleineigentum des Unternehmens stehenden Liegenschaft im Bezirk Bad Radkersburg eine derartige Anlage betrieben wird. Die Jahresenergieerzeugung dieser Anlage beträgt rund 2.350 MWh.

Zwischen dem Unternehmen und der OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG besteht ein Vertrag über die Abnahme und Vergütung von Ökostrom, wobei die monatlich hieraus erzielten Einnahmen rund EUR 37.000,00 aufgrund eines bis 2027 garantierten Einspeisetarifs betragen.

Weiters beschäftigt sich das Unternehmen mit der Planung und Projektierung von PV-Anlagen.

Im Unternehmen sind aktuell 6 Dienstnehmer beschäftigt.

Insolvenzursachen / Vermögenslage

Die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt bei fallenden Umsätzen von rund EUR 500.000,00 im Jahr 2017 auf rund EUR 460.000,00 im Jahr 2020 durchaus positive Erträge, sodass ein nicht unerheblicher Bilanzgewinn ausgewiesen wird.

Die Ursachen der gegenständlichen Insolvenz dürften mehrschichtig sein.

Einerseits dürfte es zu einem Vermögensabfluss an wirtschaftlich nahestehende Unternehmen und Personen gekommen sein, wobei hier insbesondere Darlehenskonstruktionen zur Finanzierung weiterer PV-Projekte vorliegen dürften. In diesem Zusammenhang dürften vor allem auch der damit verbundene Aufwand sowie die hohen Fixkosten vom schuldnerischen Unternehmen getragen worden sein. Zur geplanten Rückführung aus Überschüssen nach Umsetzung der Projekte ist es aufgrund von Projektverzögerungen nicht gekommen.

Andererseits kam es im Jahr 2019 zu einem Trafoschaden, wobei die Schadensursache nach wie vor strittig ist und eine Versicherungsleistung bis dato nicht erlangbar war.

Dadurch wurde die Liquidität des Unternehmens mit rund EUR 450.000,00 belastet.

Die Verbindlichkeiten betragen laut Insolvenzantrag zu Buchwerten EUR 1.870.000,00, wobei der wesentliche Teil (EUR 1.480.000,00) auf Bankverbindlichkeiten entfällt. Diese sind auf der erwähnten Liegenschaft pfandrechtlich besichert und sind auch die Ansprüche aus den Stromlieferungen an die Hausbank abgetreten. Lieferanten schuldet man rund EUR 160.000,00, der Rest entfällt auf Abgaben- und Dienstnehmerforderungen.

Die Aktiva werden zu Verkehrswerten mit EUR 1.694.200,00 in Ansatz gebracht. Wesentlicher Aktivposten ist die Liegenschaft. Eine Beteiligung an der FMZ BR GmbH soll, nachdem es sich um eine reine ehemalige Projektgesellschaft handle, wertlos sein. Neben der Einforderung der offen aushaftenden Stammeinlage werden insbesondere mögliche Erstattungsansprüche bzw. Verrechnungsforderungen – auch im Zusammenhang mit den Vermögensabflüssen – zu prüfen sein.

Weitere Vorgangsweise

Angestrebt wird die Fortführung und der Abschluss eines Sanierungsplanes, wobei eine Quote von 30% binnen 2 Jahren angeboten wird.

Die Möglichkeiten der Unternehmensfortführung werden zeitnah abzuklären sein, zumal nach den Angaben im Insolvenzantrag die Hausbank wider Erwarten angekündigt habe, die zedierten Erlöse aus Stromlieferungen nicht freizugeben und somit die Liquidität erst sicherzustellen ist. Entsprechende Finanzierungsgespräche – auch hinsichtlich des Sanierungsplanes – über dritte Seite seien bereits geführt worden und befänden sich im Endstadium.

Der Unternehmensteilbereich “Planung und Projektierung von PV-Anlagen” soll geschlossen werden, lediglich der Bereich “Betrieb einer PV-Anlage” soll aufrecht erhalten werden.

Verfahrensdaten

Eröffnung:                                              09.09.2021

Anmeldefrist:                                         25.10.2021

Gläubigerversammlung:                      27.09.2021, 12.40 Uhr

Berichts- und Prüfungstagsatzung:   08.11.2021, 11.35 Uhr

Sanierungsplantagsatzung:                 29.11.2021, 10.30 Uhr

Forderungsanmeldungen können ab sofort über den AKV angemeldet werden.

Bei Veröffentlichung wird um Quellenangabe gebeten.

Rückfragenhinweis

AKV EUROPA
Alpenländischer Kreditorenverband

Geschäftsstelle Graz
Tel: 05 04 100 – 8000