FAQ Inkasso

Häufig gestellte Fragen zum Thema Inkasso

Seit nahezu 100 Jahren unterstützen wir Gläubiger bei der Betreibung ihrer Außenstände. Wiederkehrende Fragen und Unklarheiten zu diesem Thema beantworten wir hier für Sie.

Müssen zahlungsunwillige Schuldner gemahnt werden?

Ich habe ja nie eine Mahnung bekommen“ oder „die Leistung ist nicht fällig“ sind gängige Behauptungen von Schuldnern im Zahlungsverzug.

Müssen Gläubiger säumige Schuldner mahnen?

Was bedeutet überhaupt Mahnung und Fälligkeit und wie wird „richtig“ gemahnt?

Der Begriff der Fälligkeit ist nicht identisch mit dem der Mahnung. Sobald der Gläubiger seine eigene Leistung erbracht hat, ist die Gegenleistung des Schuldners fällig: Fälligkeit bedeutet, dass der Schuldner die Gegenleistung erbringen muss bzw. der Gläubiger sofort – also ohne vorangehende Mahnung – die ausständige Gegenleistung auch gerichtlich durchsetzen kann.

Somit besteht nach österreichischem Recht keine Verpflichtung, zahlungsunwillige oder zahlungsunfähige Schuldner zu mahnen. Die Fälligkeit der Gegenleistung tritt bereits mit Erbringung der eigenen Leistung ein. Zahlt der Schuldner nicht und befindet sich in Verzug, kann der Gläubiger sofort erfolgreich die Gegenleistung sowie Verzugszinsen und etwaige weitere Verspätungsschäden einklagen.

Zu beachten ist jedoch, dass die Rechtsprechung die Einbringung einer Klage ohne vorangehende Mahnung mitunter als mutwillig betrachtet, sodass – sofern der Schuldner bei erster Gelegenheit den Anspruch anerkennt – die Prozesskosten dem Kläger zur Last fallen, obwohl er in der Sache selbst obsiegt.

Um derartige nachteilige Folgen für den Gläubiger zu vermeiden, empfiehlt sich, vor Einbringung der Klage eine Mahnung an den Schuldner abzufertigen. Formvorschriften für Mahnungen gibt es nicht, diese können schriftlich per Post, als E-Mail, SMS oder Fax übermittelt werden. Aus Beweisgründen empfiehlt sich jedoch eine Versendungsart mit Zustellnachweis (etwa Sendungsbericht beim Fax). Die manchmal begegnende  Behauptung, es könne nur mit eingeschriebenem Brief gemahnt werden, ist daher unrichtig.

Sofern der Schuldner trotz Mahnung nicht bezahlt, empfiehlt sich die Einschaltung des AKV, der die Inkassoforderung aus juristischer und wirtschaftlicher Sicht prüft und je nach Zweckmäßigkeit unterschiedliche Maßnahmen einleitet.

Ein Kunde schuldet mir Geld. Was kann ich tun?

Übergeben Sie Ihre offene Inkassoforderung dem AKV.

Der AKV verfügt über jahrzehntelange Erfahrung auf dem Gebiet der Forderungsbetreibung und wird sich durch seine qualifizierten Mitarbeiter um die Einbringung kümmern. Wir benötigen dafür die letzte Rechnung/Mahnung, eine Saldenliste oder den Schriftverkehr zum Schuldner (Unternehmer/Privater) entweder elektronisch, per Fax oder Post.

Welche Erfolgsaussichten habe ich, mein Geld wieder zu bekommen?

Das ist im Vorhinein schwer zu beurteilen, aber der AKV kann eine außergerichtliche Erfolgsquote von durchschnittlich über 75% aufweisen. Vom AKV wird jede Inkassoforderung beim jeweiligen Schuldner genau bewertet und die aussichtsreichsten Mahnschritte eingeleitet.

Ist es auch sinnvoll, kleinere Inkassoforderungen zu betreiben?

Jede Inkassoforderung über EUR 15,00 macht Sinn betrieben zu werden, weil viele kleine unbezahlte Inkassoforderungen ebenfalls ihre Liquidität belasten.

Sind die Kosten für die Forderungsbetreibung im Mitgliedsbeitrag enthalten?

Es entstehen bei der Zahlung der Inkassokosten und Verzugszinsen durch den Schuldner keine weiteren Kosten für das Mitglied/den Mandanten.
Ausnahmsweise bei Direktzahlung an das Mitglied/den Mandanten sowie bei Rückziehung eines Falles, Beauftragung eines Dritten, Abschluss von Zahlungsvereinbarungen ohne Einbeziehung (Zustimmung) des AKV oder Nichtbeantwortung von AKV-Anfragen wird eine Bearbeitungsgebühr verrechnet.

Wie wird der AKV im Ausland tätig?

Die Betreibung erfolgt zunächst im außergerichtlichen Bereich, um unnötige Kosten für unsere Klienten zu vermeiden. Erst nach Rücksprache mit unserem Kunden werden die jeweiligen Verbands- und Vertrauensanwälte beauftragt. Diese kennen aufgrund ihrer Ortsansässigkeit die Gepflogenheiten und gesetzlichen Bestimmungen des Landes genau und wählen dann die beste Vorgangsweise im jeweiligen Fall.

Wird der Schuldner durch Mitarbeiter des AKV persönlich aufgesucht?

Der AKV hat österreichweit speziell ausgebildete und geschulte Außendienstmitarbeiter, welche die Schuldner nach erfolgloser telefonischer bzw. schriftlicher Intervention auch persönlich besuchen, um eine außergerichtliche Lösung zu erarbeiten.

Erhebungen vor Ort und im Umfeld des Schuldners geben eine wichtige Entscheidungshilfe, ob eine gerichtliche Betreibung zweckmäßig und wirtschaftlich ist.

Wie läuft die außergerichtliche Betreibung ab?

Der AKV übernimmt sowohl die außergerichtliche als auch die gerichtliche Betreibung offener unbestrittener Inkassoforderungen. Nach Erhalt des Inkassoauftrages werden alle Schuldnerinformationen einer genauen Überprüfung und Bewertung zugeführt, sodass Doppelgleisigkeit vermieden wird. Ein Bestätigungsschreiben ergeht gleichzeitig an das Mitglied/den Mandanten. Basierend auf diesem Ergebnis und einer juristischen Beurteilung werden sodann die bestmöglichen Maßnahmen ergriffen. Mehrere offene Inkassoforderungen bei ein und demselben Schuldner werden gemeinsam betrieben.

Welche Unterlagen werden vom AKV für die Bearbeitung des Falles benötigt?

Am besten schicken Sie uns die letzte Rechnung/Mahnung, eine Saldenliste oder eine sonstige kaufmännische Bestätigung über Ihre getätigten Lieferungen/Leistungen.

Wie erfahre ich den aktuellen Stand der Forderungsbetreibung?

Der AKV betreibt die offenen Inkassoforderungen vollständig elektronisch und besitzt ein interaktives Onlineportal, wo sich jeder Gläubiger nach vorheriger Registrierung über den aktuellen Stand sowie über sämtliche Details der außergerichtlichen und gerichtlichen Betreibung tagesaktuell informieren kann.

Wie sieht die Abwicklung durch eine Rechtsschutzversicherung aus?

Die meisten Verbandsanwälte des AKV ermöglichen die Klagsführung über eine Rechtsschutzversicherung. Ob eine Rechtsschutzversicherung besteht und eine dementsprechende Deckung vorliegt, muss das Mitglied/der Mandant spätestens bei der Entscheidung zur Klagsführung dem AKV bekannt geben.

Wie hoch sind die Kosten einer Klage?

Die Klagskosten richten sich nach der Höhe des eingeklagten Inkassobetrages. Diese werden im Rechtsanwaltstarifgesetz und Gerichtsgebührengesetz festgelegt.
Bei Prozessgewinn und erfolgreicher Exekution bezahlt der Schuldner sämtliche Anwalts- und Gerichtsgebühren. Bei Uneinbringlichkeit trotz Klagsempfehlung von unstrittigen Inkassoforderungen werden lediglich die Barauslagen verrechnet.

Über das Vermögen meines Kunden wurde bereits ein Insolvenzverfahren eröffnet. Was kann ich tun? Können Sie die Insolvenzforderung trotzdem für mich betreiben?

Wenn über das Vermögen eines Schuldners bereits ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde, sind jegliche gerichtlichen und außergerichtlichen Betreibungen per sofort einzustellen. Der AKV als bevorrechteter Gläubigerschutzverband übernimmt jedoch gerne die Anmeldung und Vertretung im Insolvenzverfahren und wird Ihnen laufend über den Verfahrensstand berichten.