Graz, 10.01.2019/DI

27 S 4/19v

Insolvenz Borckenstein GmbH

FN96553s


 

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Borckenstein GmbH kann ihren laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. Vom zuständigen Landesgericht für ZRS Graz Abt. 27 wurde ein Konkursverfahren eröffnet. Da Sie auf der Gläubigerliste aufscheinen, übermittelt Ihnen der AKV EUROPA als staatlich bevorrechteter Gläubigerschutzverband einen Informationsbericht.

Mit dem Auftrag zur Anmeldung Ihrer Forderung bei Gericht übernehmen unsere Juristen für Sie die gesamte Abwicklung des weiteren Insolvenzverfahrens, insbesondere: 

// Wahrnehmung sämtlicher notwendiger Gerichtstermine
// Wahrnehmung außergerichtlicher Termine wie zB Gläubigerausschusssitzungen etc.
// Außergerichtliche Abklärung allfälliger Forderungsbestreitungen
// Laufende Berichterstattung über das Verfahren
// Überprüfung der Angemessenheit und Erfüllbarkeit der vorgeschlagenen Sanierungsplanquote
// Einziehung und Weiterleitung der auf Ihre Forderung entfallenden Quote 
 

In diesem Verfahren melden wir für Sie Ihre Forderungen bis EUR 5.000,-- GRATIS an!
Sie bezahlen lediglich die Gerichtsgebühr in Höhe von EUR 23,--.


Unsere Konditionen finden Sie auf www.akv.at und in der Beilage. Für Fragen betreffend einer Forderungsanmeldung kontaktieren Sie bitte Ursula Praprotnik  unter 05 04 100 1400.

 
Mit freundlichen Grüßen

AKV EUROPA
Alpenländischer Kreditorenverband


Mag. Markus Graf
Geschäftsstelle Graz
 
// AKV INSOLVENZINFORMATION  

VERFAHRENSDATEN
 
GESCHÄFTSZAHL // 27 S 4/19v
GERICHT // Landesgericht für ZRS Graz Abt. 27
VERFAHRENSERÖFFNUNG // 10.01.2019
ANTRAG // Eigenantrag
EIGENVERWALTUNG // Nein
VERWALTER // Dr. Alexander Isola, Rechtsanwalt Marburger Kai 47, 8010 GRAZ
ANMELDEFRIST // 26.02.2019
GLÄUBIGERVERSAMMLUNG // 22.01.2019, 11:30 Uhr
BERICHTSTAGSATZUNG // 12.03.2019, 10:40 Uhr
PRÜFUNGSTAGSATZUNG // 12.03.2019, 10:40 Uhr


UNTERNEHMENSDATEN
 
NAME // Borckenstein GmbH
SITZ // Borckensteinstraße 8, 8292 NEUDAU
RECHTSFORM // GmbH
FIRMENBUCHNUMMER // FN96553s
BRANCHE // Textilien
GESCHÄFTSFÜHRER // Dr. Andrea Parodi, geb. 27.07.1956
 
Bereits 2016 war die Oststeiermark durch die Insolvenz der Firma Borckenstein GmbH in 8292 Neudau massiv betroffen, nachdem im Februar 2016 ein Insolvenzverfahren eingeleitet wurde und aufgrund des Verlusts der internationalen Konkurrenzfähigkeit zahlreicher Produkte im Zuge der Sanierung noch während des laufenden Insolvenzverfahrens der Personalstand von ca. 300 Dienstnehmern auf 152 Dienstnehmern fast halbiert wurde.
 
Auch mit der verbliebenen Produktpalette konnte offenbar eine nachhaltige Sanierung nicht erzielt werden, sodass das oststeirische Traditionsunternehmen Borckenstein GmbH heute am 10.01.2019 neuerlich ein Insolvenzverfahren beim Landesgericht für ZRS Graz beantragt hat.
  
Unternehmensgegenstand ist die Herstellung von hochwertigen Garnen und Zwirnen.
 
Derzeit werden im schuldnerischen Unternehmen 124 Dienstnehmer beschäftigt.
 
Die Firma Borckenstein wurde vor 230 Jahren, nämlich im Jahr 1789, als erste mechanische Spinnerei Österreichs gegründet und seit dem Jahr 1845 befindet sich der Sitz in 8292 Neudau in der Oststeiermark. Seit 1928 wurde der oststeirische Leitbetrieb in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft geführt und ab dem Jahr 2008 hat die EOSS Gruppe des Investors Dipl. Ing. Peter Blaschitz einen Großteil der Aktien von den Privatstiftungen der Gründungsfamilien übernommen, sodass die Gesellschaft im Jahr 2010 in eine GmbH, nämlich die Borckenstein GmbH, umfirmiert wurde.
 
Bereits im Jahr 2013 wurde die italienische FIL MAN MADE GROUP mit Sitz in der Region Venetien, welche auf die Produktion technischer Textilien zum Brandschutz spezialisiert ist, als strategischer Partner gewonnen, wobei diese zunächst die Mehrheitsanteile übernommen hat. Seit dem Juni 2015 hat die FIL MAN MADE GROUP das Textilunternehmen zur Gänze übernommen, sodass das voll eingezahlte Stammkapital in der Höhe von EUR 2 Mio. von nachstehende Gesellschaften gehalten wird:
 
FIL MAN MADE GROUP S.r.l. 90 %
AO TIRSO S.r.l. 10 %

 
Die Geschäftsführung wird von Herrn Dr. Andrea Parodi wahrgenommen.
 
// Vormalige Insolvenz 2016
 
Im Jahr 2016 wurde über das Vermögen des Unternehmens bereits ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung abgeführt. Im Zuge dieses Verfahrens mussten, um einen weiteren Bestand des Unternehmens überhaupt zu ermöglichen, einschneidende Restrukturierungs- und Redimensionierungsmaßnahmen ergriffen werden. So wurde das Produktionsvolumen durch eine Konzentration auf Spezialprodukte deutlich reduziert, zudem wurde der Mitarbeiterstand von ursprünglich 286 Dienstnehmern auf 152 Dienstnehmer verringert.
 
Hinsichtlich der Betriebsmittelfinanzierung konnten mit dem italienischen Mutterunternehmen über das damalige Insolvenzverfahren hinausreichende Vereinbarungen getroffen werden, wie auch der Hauptlieferant Lenzing AG die Sanierung massiv unterstützte.
 
Die vorhandenen Sicherheiten wurden in langwierigen Verhandlungen neu bewertet und wurden hinsichtlich der auf den Maschinen und Liegenschaften besicherten Forderungen der Hausbanken Rückzahlungserleichterungen gewährt.
 
Dies führte grundsätzlich zu einer Reduktion der im Rahmen des sodann abgeschlossenen Sanierungsplanes zu berücksichtigenden Forderungen auf rund EUR 11,38 Mio., nachdem die Gesamtverbindlichkeiten des Unternehmens ca. 34,1 Mio. betragen haben.
 
Der Sanierungsplan sah eine Gesamtquote von 20 % vor, davon eine 3 %ige Teilbarquote, sowie weitere drei Raten, und zwar 3 % 3 Monate, 5 % 12 Monate sowie 9 % 24 Monate ab Annahme des Sanierungsplans.
 
Der Sanierungsplan wurde angenommen und das Verfahren aufgehoben.
 
Während die zweite und dritte Rate noch relativ pünktlich geleistet werden konnten, trat das Unternehmen zuletzt an die Gläubiger mit Stundungsersuchen heran, wobei die in weiterer Folge getroffene Ratenvereinbarung letztlich nicht eingehalten werden konnte. Es kommt somit zum relativen Wiederaufleben der angemeldeten und anerkannten Altforderungen, dies in Höhe von rund EUR 7,8 Mio.
 
// Insolvenzursachen / Vermögenslage
 
Bereits nach Aufhebung des ursprünglichen Sanierungsverfahrens bestanden nur eingeschränkte Möglichkeiten zur Fremdfinanzierung des operativen Betriebes, sodass weiterhin die italienische Muttergesellschaft wesentliche Finanzierungsfunktionen durch Stundung von Warenlieferungen übernehmen musste. Andererseits konnten die geplanten Produktionskapazitäten nicht erreicht werden, sodass die Firma Borckenstein GmbH bereits Mitte 2018 an ihre ursprünglichen Gläubiger mit dem Ersuchen der Stundung der letzten Sanierungsplanquote herangetreten ist. Nachdem diese Zahlungen nicht eingehalten werden konnten, wurde bereits von einem Gläubiger ein Insolvenzantrag gestellt. Da jedoch eine positive Fortführungsprognose nicht gegeben ist, hat das schuldnerische Unternehmen selbst die Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit eingestanden.
 
Das schuldnerische Unternehmen geht auf Basis von Liquidationswerten von nachstehendem Vermögensstatus aus:
 
Passiva: EUR 21.380.000,00
Aktiva: EUR   8.455.000,00
Überschuldung EUR 12.925.000,00
 
Bei den Passiva sind wiederaufgelebte Forderungen aus der Vorinsolvenz in Höhe von EUR 7,8 Mio. angeführt. Die zweitgrößte Position sind Dienstnehmeransprüche mit EUR 5,8 Mio., wobei jedoch noch nicht entstandene Endigungsansprüche enthalten sind.
 
Die restlichen Verbindlichkeiten entfallen auf Banken, Lieferanten und öffentliche Gläubiger.
 
Nicht berücksichtigt sind auf der Passivseite konzerninterne Forderungen in der Höhe von ca. EUR 8,4 Mio., da man diese offenbar bereits selbst als Eigenkapital wertet.
 
Hinsichtlich der Aktiva ist auszuführen, dass diese weitgehend aufgrund erfolgter Verpfändungen mit Sonderrechten belastet sind.
 
// Weitere Vorgangsweise 
 
Bereits aufgrund der eingeschränkten Liquidität befand sich das Unternehmen während der Weihnachtsfeiertage auf Betriebsurlaub, welcher bis heute verlängert sein dürfte. Während dieses Betriebsurlaubes dürfte mit Ende 2018 auch der Energieversorgungsvertrag abgelaufen sein, sodass diesbezüglich neue Verhandlungen aufzunehmen sind.
 
Faktisch besteht daher derzeit kein Produktionsbetrieb.
 
Der nunmehr bestellte Insolvenzverwalter wird daher vorrangig zu klären haben, ob und unter welchen Bedingungen der Produktionsbetrieb im Rahmen des Insolvenzverfahrens wieder aufzunehmen ist. Es sollen im Lager hohe Produktionskapazitäten sowie erhebliche Kundenbestellungen vorliegen, sodass eine Fertigstellung zu einer Wertsteigerung der Masse führen sollte.
 
Beantragt wurde ein Konkursverfahren, ob es zu einer neuerlichen Sanierung kommen kann ist derzeit offen und wird von unserer Seite eher skeptisch beurteilt. 
 
Sollten wir Sie bereits im vorigen Insolvenzverfahren vertreten haben, so würden wir im Falle der Anmeldung Ihrer Forderungen lediglich geringfügige Vertretungskosten von EUR 20,-- zzgl. Ust. und Barauslagen (Gerichtskostenmarken EUR 23,--) verrechnen, falls Ihre Forderung nicht ohnehin unter EUR 5.000,-- liegt (unentgeltliche Vertretung). Sollten Sie eine neuerliche Vertretung wünschen, ersuchen wir um Unterfertigung und Retournierung der beiliegenden Vollmacht. Die Übermittlung weiterer Unterlagen ist nur im Falle von Neuforderungen erforderlich.  

 
 
// WEITERES VORGEHEN  

Um für Sie einschreiten zu können, benötigen wir folgende Unterlagen:

VOLLMACHT
firmenmäßig gefertigt (das Formular finden Sie beiliegend)

FORDERUNGSNACHWEIS
Genaue Angabe der anzumeldenden Forderungshöhe (in EURO)
Belege, die die Höhe Ihrer Forderung ausweisen wie zB RECHNUNGEN, OFFENE POSTEN-LISTEN

BANKVERBINDUNG
bitte IBAN, Internationale Bank Account Number, sowie BIC direkt auf der Vollmacht vermerken

UID-NUMMER
bitte direkt auf der Vollmacht vermerken

EIGENTUMSVORBEHALT?
Wir benötigen:
- Schriftlichen Auftrag zur Geltendmachung
- Rechtsgültige Vereinbarung des Eigentumsvorbehalts (Vermerk auf der Rechnung reicht nicht)
- Welche Waren wurden unter Eigentumsvorbehalt geliefert

KONTAKTINFO
Die gegenständliche Insolvenz wird von der Geschäftsstelle Graz betreut.

Bitte senden Sie Ihre Unterlagen an:
AKV EUROPA
Pestalozzistraße 1/2
8011 Graz

oder einfach per Fax an:
05 04 100 8220

oder per Mail an:
graz@akveuropa.at

Sobald Ihre Unterlagen bei uns eingelangt sind, wird der AKV EUROPA für Sie tätig.

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