Graz, 18.11.2021/DI

243 S 131/21s

Insolvenz Peter Kaßmannhuber

geb.: 05.03.1959


 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Herr Kaßmannhuber kann seinen laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. Vom  Bezirksgericht Graz-Ost wurde ein Schuldenregulierungsverfahren eröffnet. Da Sie auf der Gläubigerliste aufscheinen, übermittelt Ihnen der AKV EUROPA als staatlich bevorrechteter Gläubigerschutzverband einen Informationsbericht.


Mit dem Auftrag zur Anmeldung Ihrer Forderung bei Gericht übernehmen unsere Juristen für Sie die gesamte Abwicklung des weiteren Insolvenzverfahrens, insbesondere: 

// Wahrnehmung sämtlicher notwendiger Gerichtstermine
// Wahrnehmung außergerichtlicher Termine wie zB Gläubigerausschusssitzungen etc.
// Außergerichtliche Abklärung allfälliger Forderungsbestreitungen
// Laufende Berichterstattung über das Verfahren
// Überprüfung der Angemessenheit und Erfüllbarkeit der vorgeschlagenen Entschuldungsanträge
// Einziehung und Weiterleitung der auf Ihre Forderung entfallenden Quote 
 
Unsere Konditionen finden Sie auf www.akv.at und in der Beilage. Für Fragen betreffend einer Forderungsanmeldung kontaktieren Sie uns bitte  unter 05 04 1000.


Mit freundlichen Grüßen
 
AKV EUROPA
Alpenländischer Kreditorenverband

Geschäftsstelle Steiermark


 
 
// AKV INSOLVENZINFORMATION  

VERFAHRENSDATEN
 
GESCHÄFTSZAHL // 243 S 131/21s
GERICHT // Bezirksgericht Graz-Ost
VERFAHRENSERÖFFNUNG // 18.11.2021
ANTRAG // Eigenantrag
EIGENVERWALTUNG // Nein
VERWALTER // Aschmann & Pfandl Partnerschaft von Rechtsanwälten GmbH, Herrengasse 28, 8010 GRAZ
ANMELDEFRIST // 30.12.2021
GLÄUBIGERVERSAMMLUNG // 11.02.2022, 08:30 Uhr
PRÜFUNGSTAGSATZUNG // 11.02.2022, 08:30 Uhr


DATEN DES SCHULDNERS
 
NAME // Peter Kaßmannhuber
GEBURTSDATUM // 05.03.1959
WOHNANSCHRIFT // Grillparzerstraße 55/Top 7, 8010 GRAZ
UNTERHALTSPFLICHTEN // 1
 

VERMÖGEN

PASSIVA // EUR 36.560.034,13
BETROFFENE GLÄUBIGER // 44


ZAHLUNGSPLANVORSCHLAG
 
ANGEBOTENE QUOTE // 0,059 % in 6 Teilquoten
MONATLICHES NETTOEINKOMMEN //
MONATLICH ANGEBOTENER BETRAG //
MONATLICH PFÄNDBARER BETRAG // 
EUR 2.051,72
EUR 515,72
EUR 515,72

Über das Vermögen von Peter Kaßmannhuber wurde bereits am 08.10.2014 beim Landesgericht Klagenfurt zur Geschäftszahl 40 S 61/14g ein Insolvenzverfahren eröffnet. Er war der zweite handelsrechtliche Geschäftsführer und 50 % Gesellschafter der ebenfalls insolventen S-K-M electronics GmbH. Daraus resultierten persönlichen Haftungen und weitere Verbindlichkeiten entstanden aus Liegenschaftskäufen. Im damaligen Insolvenzverfahren wurde das gesamte Vermögen verwertet und die Insolvenzgläubiger haben eine Quote von 3,49 % erhalten.

Das vorangegangene Firmeninsolvenzverfahren beim Landesgericht Klagenfurt wurde nach der Verteilung im November 2019 aufgehoben. 

Der Schuldner hat nunmehr beim Bezirksgericht Graz-Ost ein Schuldenregulierungsverfahren beantragt, nachdem sich sein Wohnsitz in Graz befindet. Er geht im Insolvenzantrag von Verbindlichkeiten in der Höhe von EUR 36,56 Mio. aus, im vorangegangenen Insolvenzverfahren waren bei der Verteilung Verbindlichkeiten in der Höhe von ca. EUR 19,5 Mio. zu berücksichtigen, sodass die tatsächliche Höhe der Passiva abzuwarten bleibt.

Der Schuldner bringt derzeit eine Pension in der Höhe von monatlich EUR 2.051,72 ins Verdienen und bei einer Sorgepflicht beträgt der pfändbare Bezugsteil EUR 515,72. Dieser Betrag wird im Rahmen eines Zahlungsplans angeboten, dies 14 mal jährlich, sodass der Zahlungsplan wie folgt lautet:
 
Die Insolvenzgläubiger erhalten eine Quote von 0,059 % innerhalb von 3 Jahren ab Rechtskraft der Bestätigung des Zahlungsplans; 6 Teilquoten zu je 0,009 %; die erste Teilquote ist innerhalb von 6 Monaten ab Rechtskraft der Bestätigung des Zahlungsplans fällig, die weiteren 5 Teilquoten jeweils 6 Monate danach.

Im Rahmen des Insolvenzverfahren wird  zu klären sein, wann die Unterhaltspflicht gegenüber einer Tochter wegfällt, wodurch sich die pfändbaren Bezugsteile erhöhen würden.

Denjenigen Gläubigern, für welche wir die Forderung bereits beim vorangegangenen Insolvenzverfahren angemeldet haben, möchten wir bei der Geltendmachung der wiederaufgelebten Forderung kostenmäßig entgegenkommen. Neben der gerichtlichen Pauschalgebühr in Höhe von EUR 25,00 verrechnet der AKV EUROPA lediglich Kosten in Höhe von netto EUR 20,00 zzgl. Ust für die neuerliche Anmeldung der ursprünglich angemeldeten Forderung. Im Übrigen gilt der Tarif laut Beiblatt. Darin ist nicht nur die Anmeldung der Forderung inbegriffen, sondern auch die laufende Berichterstattung, die Wahrnehmung von Tagsatzungsterminen sowie der Quoteneinzug.

Sollten Sie jedoch zu den Neugläubigern gehören, welche eine Forderung nach dem vorherigen Insolvenzverfahren erworben haben, so ist diese selbstverständlich zur Gänze zu berücksichtigen und ersuchen wir Sie, uns zusätzlich die erforderlichen Unterlagen zu übermitteln

Im Rahmen des Schuldenregulierungsverfahrens wird zu überprüfen sein, ob die Angaben im Vermögensverzeichnis des Schuldners zutreffen, insbesondere hinsichtlich seines Einkommens. 
 
Sollten Sie aus prinzipiellen Gründen gegen den Abschluss eines Zahlungsplans stimmen wollen, bitten wir - im Falle einer Beauftragung - um eine ergänzende Mitteilung, andernfalls wir davon ausgehen, dass wir in der beschlussfassenden Tagsatzung das Stimmrecht nach freiem Ermessen im Sinne einer bestmöglichen Gläubigerbefriedigung ausüben können.
 
Zur Stärkung unserer Verhandlungsposition laden wir Sie ein, sich der unter unserer Leitung stehenden Gläubigergruppe anzuschließen.
 
Bedenken Sie dabei, dass bei Quotenausschüttungen lediglich Gläubiger berücksichtigt werden, deren Forderungen auch angemeldet wurden. Wir bieten Ihnen dabei ein qualifiziertes und günstiges Instrumentarium an.
 
 
// WEITERES VORGEHEN  

Um für Sie einschreiten zu können, benötigen wir folgende Unterlagen:

VOLLMACHT
firmenmäßig gefertigt (das Formular finden Sie beiliegend)

FORDERUNGSNACHWEIS
Genaue Angabe der anzumeldenden Forderungshöhe (in EURO)
Belege, die die Höhe Ihrer Forderung ausweisen wie zB RECHNUNGEN, OFFENE POSTEN-LISTEN

BANKVERBINDUNG
bitte IBAN, Internationale Bank Account Number, sowie BIC direkt auf der Vollmacht vermerken

UID-NUMMER
bitte direkt auf der Vollmacht vermerken

EIGENTUMSVORBEHALT?
Wir benötigen:
- Schriftlichen Auftrag zur Geltendmachung
- Rechtsgültige Vereinbarung des Eigentumsvorbehalts (Vermerk auf der Rechnung reicht nicht)
- Welche Waren wurden unter Eigentumsvorbehalt geliefert 

KOSTEN
Die Kosten für die Vertretung im Insolvenzverfahren entnehmen Sie bitte unseren Tarifen unter www.akv.at oder kontaktieren Sie uns unter 05 04 100 0.

KONTAKTINFO
Die gegenständliche Insolvenz wird von der Geschäftsstelle
betreut.

Bitte senden Sie Ihre Unterlagen an:

graz@akveuropa.at

oder per Fax an:
05 04 100 8220

oder per Post an:
AKV EUROPA, Postfach 31, 1041 Wien 
 
Sobald Ihre Unterlagen bei uns eingelangt sind, wird der AKV EUROPA für Sie tätig.

BEILAGE //
Vollmacht
Besuchen Sie uns auf www.akv.at!
  
 
ABC DER PRIVATINSOLVENZ 

SCHULDENREGULIERUNGSVERFAHREN / GESAMTVOLLSTRECKUNG //  


Das Schuldenregulierungsverfahren ist eine Sonderform eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen natürlicher Personen, die zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung kein Unternehmen betreiben. Es wird bei jenem Bezirksgericht abgewickelt, in dessen Sprengel der Schuldner seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat.

Wird ein solches Schuldenregulierungsverfahren über Antrag eines Gläubigers eröffnet, wird dieses zunächst als „Gesamtvollstreckung“ abgewickelt.
In dieser Gesamtvollstreckung wird das Vermögen verwertet und die pfändbaren Bezugsteile eingehoben und an die anmeldenden Gläubiger verteilt, und zwar bei Erreichen einer 10%igen Quote, jedenfalls aber nach 3 Jahren.
Verfügt der Schuldner über ein pfändbares Einkommen, so ist dieses Verfahren zeitlich nicht limitiert, verfügt der Schuldner über kein pfändbares Einkommen, so läuft die Gesamtvollstreckung zumindest 5 Jahre.
Die Gesamtvollstreckung ist aber zu beenden, wenn der Schuldner einen Entschuldungsantrag (Sanierungsplan, Zahlungsplan, Tilgungsplan oder Abschöpfungsplan) einbringt. Dann läuft das Insolvenzverfahren als „normales“ Schuldenregulierungsverfahren weiter, welches nun auf eine Entschuldung ausgerichtet ist und in welchem die Gläubiger über einen Sanierungsplan oder Zahlungsplan abstimmen. 

ZAHLUNGSPLAN //  

Das Vermögen muss zuvor zur Gänze verwertet werden. Der Schuldner muss dann eine Quote anbieten, die seiner Einkommenslage in den folgenden 3 Jahren entspricht. Es gibt keine Mindestquote und die Zahlungsfrist darf 7 Jahre nicht überschreiten. In eine Abschöpfung gelangt der Schuldner nur, wenn zuvor über einen Zahlungsplan abgestimmt wurde (Subsidiarität des Abschöpfungsverfahrens). 

ABSCHÖPFUNG (TILGUNGS- UND ABSCHÖPFUNGSPLAN) //  

Im Zuge eines  Antrags auf Einleitung eines Abschöpfungsverfahrens ist eine Abtretungserklärung des Inhalts abzugeben, dass der Schuldner für die Dauer des Abschöpfungsverfahrens den pfändbaren Teil seiner  Forderungen auf Einkünfte aus einem Arbeitsverhältnis oder auf sonstige wiederkehrende Leistungen mit Einkommensersatzfunktion an einen vom Gericht zu bestellenden Treuhänder abtritt. Mit dem IRÄG 2017 wurde die Dauer des Abschöpfungsverfahrens von 7 Jahren auf 5 Jahre gekürzt und eine Mindestquote abgeschafft.

Seit 17.07.2021 gibt es zwei Varianten des Abschöpfungsverfahrens, nämlich einen
 
• Tilgungsplan die Dauer der Abtretungserklärung beträgt 3 Jahre
• Abschöpfungsplan die Dauer der Abtretungserklärung beträgt 5 Jahre

Ein Tilgungsplan ist jedoch nach einem normierten erhöhten  Redlichkeitsmaßstab unzulässig und nach § 201 Abs. 2 IO daher abzuweisen,
  1. wenn der Schuldner nicht längstens binnen 30 Tagen nach Feststellung der offenkundigen Zahlungsunfähigkeit im Exekutionsverfahren die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt hat;

  2. wenn der Schuldner kein Unternehmen betreibt, wenn er binnen dieser 30 Tage keine Maßnahmen zur Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit oder zur Vorbereitung eines Insolvenzverfahrens ergriffen hat. Ein Verbraucher wird daher zumindest eine Schuldnerberatungsstelle kontaktieren und aktiv an einer Lösung zur Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit mitwirken müssen. Zudem darf er bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens keine neuen Schulden eingehen, die er bei Fälligkeit nicht bezahlen kann.

  3. wenn innerhalb einer verkürzten Frist von 3 Jahren (sonst: 5 Jahre) vor dem Antrag auf Einleitung eines Abschöpfungsverfahrens folgendes Einleitungshindernis verwirklicht wurde:
nämlich jenes der Vermögensverschleuderung , weil vorsätzlich oder grob fahrlässig die Befriedigung der Insolvenzgläubiger dadurch vereitelt oder geschmälert wurde, indem unverhältnismäßig Verbindlichkeiten begründet oder Vermögen verschleudert wurde. 

Liegen diese Abweisungsgründe vor, steht dem Schuldner nur die Möglichkeit eines verlängerten Abschöpfungsverfahrens mit einem Abschöpfungsplan offen. Auch in diesem Fall gibt es jedoch gesetzlich normierte Einleitungshindernisse.

SANIERUNGSPLAN //  

Im Unterschied zum Zahlungsplan muss keine Vermögensverwertung stattfinden. Den Insolvenzgläubigern muss eine Mindestquote von 20 %, zahlbar binnen einer Frist von längstens 5 Jahren, angeboten werden. Die Gläubiger müssen über den Vorschlag abstimmen.
 
PDF öffnen Insolvenz drucken
Forderung jetzt anmelden