Graz, 21.11.2022/DI

27 S 169/22p

Insolvenz DESTILLERIE FRANZ BAUER GmbH

FN544694x



Sehr geehrte Damen und Herren,

die DESTILLERIE FRANZ BAUER GmbH kann ihren laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. Vom zuständigen Landesgericht für ZRS Graz Abt. 27 wurde ein Sanierungsverfahren eröffnet. Da Sie auf der Gläubigerliste aufscheinen, übermittelt Ihnen der AKV EUROPA als staatlich bevorrechteter Gläubigerschutzverband einen Informationsbericht.


Mit dem Auftrag zur Anmeldung Ihrer Forderung bei Gericht übernehmen unsere Juristen für Sie die gesamte Abwicklung des weiteren Insolvenzverfahrens, insbesondere: 

// Wahrnehmung sämtlicher notwendiger Gerichtstermine
// Wahrnehmung außergerichtlicher Termine wie zB Gläubigerausschusssitzungen etc.
// Außergerichtliche Abklärung allfälliger Forderungsbestreitungen
// Laufende Berichterstattung über das Verfahren
// Überprüfung der Angemessenheit und Erfüllbarkeit der vorgeschlagenen Entschuldungsanträge
// Einziehung und Weiterleitung der auf Ihre Forderung entfallenden Quote 
 

Um Sie finanziell zu unterstützen, bieten wir Ihnen im Rahmen unserer COVID-Assistance an, Ihre Forderung bis EUR 5.000,- in diesem Verfahren GRATIS anzumelden! In diesem Fall bezahlen Sie lediglich die Gerichtsgebühr von EUR 25,-.

Unsere Konditionen finden Sie auf www.akv.at und in der Beilage. Für Fragen betreffend einer Forderungsanmeldung kontaktieren Sie uns bitte unter 05 04 1000.


Mit freundlichen Grüßen
 
AKV EUROPA
Alpenländischer Kreditorenverband

Mag. Markus Graf
Geschäftsstelle Steiermark
 
// AKV INSOLVENZINFORMATION  

VERFAHRENSDATEN
GESCHÄFTSZAHL // 27 S 169/22p
GERICHT // Landesgericht für ZRS Graz Abt. 27
VERFAHRENSERÖFFNUNG // 21.11.2022
ANTRAG // Eigenantrag
EIGENVERWALTUNG // Ja
VERWALTER // Mag. Dr. Ulla Reisch, Rechtsanwältin Landstraßer Hauptstraße 1a, Ebene 07, Top 09, 1030 WIEN
ANMELDEFRIST // 03.01.2023
GLÄUBIGERVERSAMMLUNG // 30.11.2022, 15:30 Uhr
BERICHTSTAGSATZUNG // 17.01.2023, 11:30 Uhr
PRÜFUNGSTAGSATZUNG // 17.01.2023, 11:30 Uhr
SCHLUSSRECHNUNGSTAGSATZUNG // 31.01.2023, 11:30 Uhr
PRÜFUNGSTAGSATZUNG // 31.01.2023, 11:30 Uhr
SANIERUNGSPLANTAGSATZUNG // 31.01.2023, 11:30 Uhr

 
UNTERNEHMENSDATEN
NAME // DESTILLERIE FRANZ BAUER GmbH
SITZ // Prankergasse 29-31, 8020 GRAZ
RECHTSFORM // GmbH
FIRMENBUCHNUMMER // FN544694x
GRÜNDUNG // 2020
GESCHÄFTSFÜHRER // Gerngroß Karl
GESELLSCHAFTER // FRANZ BAUER IMMO GmbH

Das Destillerie-Unternehmen Franz Bauer GmbH wurde bereits im Jahr 1920 gegründet. Der noch heute bestehende Firmensitz wurde 1931/1932 erworben. Im Juli 1961 erfolgte die Übergabe des Unternehmens an die Familie Schlichte.

Mit Spaltungs- und Übernahmevertrag vom 23.11.2020 erfolgte rückwirkend zum 01.04.2020 die Spaltung der Vorgängergesellschaft FRANZ BAUER GmbH in die DESTILLERIE FRANZ BAUER GmbH sowie die FRANZ BAUER  IMMO GmbH, welche zugleich Alleingesellschafterin der DESTILLERIE FRANZ BAUER GmbH ist.

Der operative Betrieb wird durch die DESTILLERIE FRANZ BAUER GmbH geführt, das Immobilien/Liegenschaftsvermögen hält nunmehr die FRANZ BAUER IMMO GmbH.

Wirtschaftlicher Alleineigentümer der „Bauer- Unternehmensgruppe ist Hans-Werner Schlichte, geb. 08.10.1950. Aufgrund notwendig gewordener Umbestellungen wurde Ing. Mag. Karl Gerngroß, geboren am 05.05.1968 mit Gesellschafterbeschluss vom 18.10.2022 mit sofortiger Wirkung zum Geschäftsführer der DESTILLERIE FRANZ BAUER GmbH, der Alleingesellschafter FRANZ BAUER IMMO GmbH sowie jener Gesellschaften, an welchen die DESTILLERIE FRANZ BAUER GmbH Beteiligungen hält, bestellt.

Das Unternehmen hält 100%ige Beteiligungen an der GOSLING GmbH, Fürstenhof GmbH, FBG Vertriebs GmbH, BAUER SCHNAPS.at STEINHAGEN Gmbh, welche von gegenständlicher Insolvenz nicht betroffen sind.

Unternehmensgegenstand ist die Herstellung  eigener Produkte bzw. aufgrund gehaltener Lizenzen sowie der Vertrieb von Edelbränden und Spirituosen, insbesondere importierter internationaler Premiummarken,  im nationalen und europäischen Raum.

Im Unternehmen sind aktuell 23 Dienstnehmer beschäftigt.

Die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre zeigt massive Umsatzrückgänge, insbesondere durch den Wegfall des Hauptgeschäftes – die Lizenzabfüllung für Mast-Jägermeister SE – kam es zu einem Einbruch der Ertragslage. Auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie führten zu geringeren Absätzen in der Gastronomie. Im Zeitraum der Spaltung des Vorgängerunternehmens (siehe oben) wechselte die Geschäftsführung ständig. Aufgrund verschiedener familiärer Interessenslagen verbunden mit dem Wegfall des Hauptkunden wurde eine dringend anstehende Redimensionierung sowie eine strategische Neuausrichtung des Unternehmens verabsäumt.

Aufgrund der negativen Entwicklung wurden seitens der finanzierenden Banken die Kreditlinien fällig gestellt, wobei bemerkenswert ist, dass im letzten Jahresabschluss soweit ersichtlich eine Fortbestehensprognose nicht erstellt wurde.

Letztlich hat man es offenbar im Zuge der Spaltung auch verabsäumt, dass nach den Alkoholsteuergesetz um Bewilligungen neu anzusuchen ist, sodass das Unternehmen für den Zeitraum 09.01.2021 bis 31.03.2022 über keine verbrauchssteuerrechtlichen Bewilligungen verfügte. Durch das Zollamt Österreich wird aufgrund dessen eine Alkoholsteuernachforderung in Höhe von rund EUR 4,1 Mio. geltend gemacht. In diesem Zusammenhang wurden aber offenbar von der DESTILLERIE FRANZ BAUER GmbH Steuerzahlungen für die FRANZ BAUER IMMO GmbH geleistet, sodass hier ein entsprechendes Abgabenguthaben gegeben sein dürfte.

Die Verbindlichkeiten betragen laut vorgelegtem Status EUR 4.240.000,00, wobei EUR 2,075 Mio. auf Bankverbindlichkeiten, EUR 810.000,00 auf Lieferantenverbindlichkeiten bzw. Sonstige entfallen, EUR 700.000,00 betreffen Dienstnehmeransprüche und EUR 655.000,00 Abgabenforderungen.

Die Forderung des Zollamtes wurde hier nur mit rund EUR 500.000,00 berücksichtigt, da bereits im Vorfeld Verhandlungen geführt worden sein dürften, nach welcher eine Übertragung/Saldierung des Steuerguthabens der FRANZ BAUER IMMO GmbH auf das Abgabenkonto des Unternehmens möglich sei, sofern das Sanierungsverfahren erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Die Aktiva setzt man mit EUR 1.484.000,00 an, mit EUR 417.000,00 bewertet man das Anlagevermögen (Betriebs- und Geschäftsausstattung, Maschinen, Fahrzeuge etc.), das Umlaufvermögen mit EUR 1.067.000,00 (Warenvorräte, Halbfertige, Forderungen etc.).

Hieraus ergibt sich eine rechnerische Überschuldung von EUR 2.756.000,00.

Angestrebt werden die Fortführung sowie der Abschluss eines Sanierungsplans.

Neben der erforderlichen Lösung der erwähnten Steuerproblematik werden insbesondere unrentable Unternehmensteilbereiche zu schließen bzw. einzuschränken sein (das Kündigungsfrühwarnsystem gem. § 45 a AMFG wurde bereits eingeleitet), bzw. werden weitere Kapazitätsanpassungen erforderlich sein.

Vorgelegt wurde ein Finanzplan, aus welchem die Finanzierung des Fortbetriebes darstellbar ist.

Aktuell verfügt das Unternehmen auch über keinen gewerberechtlichen Geschäftsführer, welcher Umstand umgehend zu beheben sein wird, um eine Fortführung zu ermöglichen.

Der Sanierungsplanvorschlag lautet wie folgt:


SANIERUNGSPLANVORSCHLAG
GESAMTQUOTE // Die Insolvenzgläubiger erhalten zur vollständigen Befriedigung ihrer Forderungen, gleichgültig ob es sich um offene Buchforderungen oder Wechselforderungen handelt, eine Quote von 30 %, zahlbar innerhalb von 2 Jahren ab Annahme des Sanierungsplans.


 
// WEITERES VORGEHEN  

Um für Sie einschreiten zu können, benötigen wir folgende Unterlagen:

VOLLMACHT
firmenmäßig gefertigt (das Formular finden Sie beiliegend)

FORDERUNGSNACHWEIS
Genaue Angabe der anzumeldenden Forderungshöhe (in EURO)
Belege, die die Höhe Ihrer Forderung ausweisen wie zB RECHNUNGEN, OFFENE POSTEN-LISTEN

BANKVERBINDUNG
bitte IBAN, Internationale Bank Account Number, sowie BIC direkt auf der Vollmacht vermerken

UID-NUMMER
bitte direkt auf der Vollmacht vermerken

EIGENTUMSVORBEHALT?
Wir benötigen:
- Schriftlichen Auftrag zur Geltendmachung
- Rechtsgültige Vereinbarung des Eigentumsvorbehalts (Vermerk auf der Rechnung reicht nicht)
- Welche Waren wurden unter Eigentumsvorbehalt geliefert 

KOSTEN
Die Kosten für die Vertretung im Insolvenzverfahren entnehmen Sie bitte unseren Tarifen unter www.akv.at oder kontaktieren Sie uns unter 05 04 100 0.

KONTAKTINFO
Die gegenständliche Insolvenz wird von der Geschäftsstelle
betreut.

Bitte senden Sie Ihre Unterlagen an:

graz@akveuropa.at

oder per Fax an:
05 04 100 8220

oder per Post an:
AKV EUROPA, Postfach 31, 1041 Wien 
 
Sobald Ihre Unterlagen bei uns eingelangt sind, wird der AKV EUROPA für Sie tätig.

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