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Insolvenzstatistik 1. bis 3. Quartal 2019

Privatinsolvenzen

Weiterhin extrem hohes Niveau seit der Novelle 2017

In den ersten drei Quartalen des Jahres 2019 haben sich die Privatinsolvenzen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres österreichweit wie folgt entwickelt:

1.-3. Quartal 2018   1.-3. Quartal 2019
eröffnet 7 796 7 184 – 7,85 %
abgewiesen 955 876 – 8,27 %
gesamt 8 751 8 060 – 7,90 %
         

Die Abnahme der eröffneten Privatinsolvenzverfahren um 7,9 % gegenüber dem „Rekordpleitenjahr 2018“ und den vorjährigen Höchstwerten sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass man auch fast zwei Jahre nach Inkrafttreten der Privatkonkursnovelle 2017 (IRÄG 2017) noch immer um etwa ein Sechstel
(+ 17,36%) über den Durchschnittswerten eines Jahres vor der Novelle liegt,
nachdem in den ersten drei Quartalen des Jahres 2016 beispielhaft 6 121 Personen ein Schuldenregulierungsverfahren beantragt haben.

Nachstehende Tabelle gewährt einen Überblick über die Entwicklung der eröffneten Privatinsolvenzen in den letzten vier Jahren:

  2016 2017 2018 2019
Jänner 501 555 889 746
Februar 763 598 903 806
März 812 530 987 946
April 756 390 912 874
Mai 697 436 872 901
Juni 705 493 914 728
Juli 660 655 829 835
August 649 567 745 699
September 578 534 745 649
insgesamt 6 121 4 758 7 796 7 184

Das Jahr 2017 mit lediglich 4 758 eröffneten Privatkonkursen dokumentiert das damalige Zuwarten auf die Novelle, mit welcher ab 01.11.2017 die 10 %ige Mindestquote im Abschöpfungsverfahren abgeschafft wurde und dieses zudem von 7 auf 5 Jahre verkürzt wurde.

Die erleichterten Möglichkeiten zur Entschuldung lösten einen regelrechten und anhaltenden „Run“ auf die Privatkonkursgerichte aus, sodass seit Einführung des Privatkonkurses im Jahr 1995 im Gesamtjahr 2018 erstmalig mehr als 10 000 Personen (nämlich 10 063) in einem Jahr einen Privatkonkurs beantragt haben. Dieser Rekordwert wird heuer voraussichtlich nicht wieder erreicht werden, seit Inkrafttreten des „Privatkonkurses neu“ am 01.11.2017 werden zum 30.09.2019 jedoch 18 763 Schuldner den Gang zum Privatkonkursgericht angetreten haben, das sind seit der Novelle durchschnittlich 815 Personen pro Monat.

Auf extremem Niveau bewegen sich seit der Novelle auch die Passiva. Vor der Novelle haben die Gesamtverbindlichkeiten in den ersten 9 Monaten eines Jahres durchschnittlich knapp über EUR 700 Mio. betragen. In den ersten 9 Monaten des Jahres 2018 sind diese Passiva aufgrund der massiven Antragstellungen von Ex-Unternehmern mit hohen Schulden auf unglaubliche EUR 1,3 Mrd. geradezu „explodiert“.

In den ersten 9 Monaten im Jahr 2019 haben die Gesamtpassiva zwar auf
EUR 967,7 Mio.
(- 25,57%) abgenommen, ein noch immer überdurchschnittlicher Wert, der den Passiva eines Gesamtjahres vor der Novelle entspricht.

Die Abnahme der Verbindlichkeiten gegenüber 2018 ist darauf zurückzuführen, dass zeitverzögert nun auch vermehrt einkommensschwache Schuldner mit geringen Verbindlichkeiten, somit der zweite durch die Novelle begünstigte Personenkreis, Insolvenzanträge stellen.

Dennoch liegt die Durchschnittsverschuldung in den ersten drei Quartalen 2019 bei EUR 134.700,–, somit ein Viertel (+ 25,18%) über dem Wert 2016 mit
EUR 107.600,–, aber um ein Fünftel (- 19,2%) unter dem Wert von 2018 mit
EUR 166.700,–.

In den einzelnen Bundesländern haben sich die eröffneten Privatinsolvenzen wie folgt entwickelt:

2019 2018 +/-
Wien 2 524 2 608 – 3,22 %
Niederösterreich 1 045 1 179 – 11,37 %
Oberösterreich 955 1 021 – 6,46 %
Salzburg 359 329 + 9,12 %
Tirol 495 612 – 19,12 %
Vorarlberg 329 464 – 29,09 %
Burgenland 162 196 – 17,35 %
Steiermark 789 796 – 0,88 %
Kärnten 526 591 – 11,00 %
Gesamt 7 184 7 796 – 7,9 %
Layer eröffnete Privatinsolvenzen AT 2018 2019

Bezüglich der Entwicklung der Privatinsolvenzen ist Salzburg hervorzuheben. In diesem Bundesland haben die Privatkonkurse sogar gegenüber dem Rekordjahr 2018 um 9,12% von 329 auf 359 Verfahren zugenommen.

In allen anderen Bundesländern sind gegenüber 2018 Rückgänge zu verzeichnen, der geringste in der Steiermark (- 0,88%) von 796 auf 789 Verfahren. Der größte Rückgang ist in Vorarlberg (- 29,09%) von 464 auf 329 Verfahren zu verzeichnen.

Firmeninsolvenzen

Leichtes Plus

Während sich in Österreich laut Wirtschaftsexperten das Exportwachstum abschwächt, die Konjunktur allmählich abflaut und die Arbeitslosenzahlen wieder im Steigen begriffen sind, ist die gesamtösterreichische Entwicklung im Bereich der Firmeninsolvenzen gegenüber 2018 annähernd unverändert.

Die 2 252 eröffneten Firmeninsolvenzen erreichen annähernd punktgenau den Wert des Jahres 2018, in welchem in den ersten 9 Monaten 2 250 Verfahren eröffnet wurden. Dies bedeutet eine geringe Zuwachsrate von 0,09%. Die Zunahme der Insolvenzabweisungen mangels Masse um 6,24 % führen zu einem Anstieg der gesamten Verfahren um 2,66 %, wie nachstehende Tabelle zeigt:

1.-3. Quartal 2018   1.-3. Quartal 2019
eröffnet 2 250 2 252 + 0,09 %
abgewiesen 1 618 1 719 + 6,24 %
gesamt 3 868 3 971 + 2,66 %
         

Nach Bundesländern gegliedert zeigt die Statistik des AKV EUROPA, dass die Firmeninsolvenzen in Tirol (+ 30,77%) und im Burgenland (+ 23,61%) massiv zugenommen haben, während in Kärnten (- 9,48 %) und der Steiermark (- 7,82 %) extreme Rückgänge zu verzeichnen sind.

Firmeninsolvenzen eröffnet
2019 2018 +/-
Wien 793 815 – 2,70 %
Niederösterreich 402 417 – 3,60 %
Oberösterreich 254 240 + 5,83 %
Salzburg 134 128 + 4,69 %
Tirol 136 104 + 30,77 %
Vorarlberg 56 51 + 9,80 %
Burgenland 89 72 + 23,61 %
Steiermark 283 307 – 7,82 %
Kärnten 105 116 – 9,48 %
Gesamt 2 252 2 250 + 0,09 %
Layer eröffnete Firmeninsolvenzen AT 2018 2019

Trotz der annähernd gleich gebliebenen Anzahl an eröffneten Firmeninsolvenzen haben die Passiva um 7,12 % abgenommen und es waren auch weniger Arbeitsplätze (- 28,54 %) gefährdet, wie nach-stehende Zahlen belegen:

Gesamtpassiva der eröffneten Unternehmensinsolvenzen

1.-3. Quartal 2019:             EUR              1,787 Milliarden

1.-3. Quartal 2018:             EUR              1,924 Milliarden

Gefährdete Arbeitsplätze

1.-3. Quartal 2019:             9 366

1.-3. Quartal 2018:            13 106

Die meisten Dienstnehmer, nämlich 394, waren von der Handelskette Charles Vögele (Austria) GmbH betroffen, wobei der Betrieb und sämtliche Filialen geschlossen wurden. Nach Dienstnehmern gereiht folgt die zur HTI-Gruppe gehörige Gruber & Kaja High Tech Metals GmbH (201 Dienstnehmer) In diesem Verfahren ist man im Rahmen eines anhängigen Sanierungsverfahrens um eine Rettung und Erhaltung der Arbeitsplätze bemüht, gegebenenfalls über eine Auffanglösung.

Beendet wurden auch die 190 Dienstverhältnisse bei der Hans Andersen Ges.m.b.H. nach der Schließung des Unternehmens.

Für weitere Informationen

Mag. Franz Blantz

Tel.: 0504100/8000

Mobil: 0664/8459207

E-Mail: graz@akveuropa.at