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Christof Industries Austria GmbH

Insolvenzsache

Der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) gibt bekannt:

Die Christof Industries Austria GmbH hat ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beim
Landesgericht für ZRS Graz beantragt.
Von dem Verfahren sind derzeit 180 Dienstnehmer:innen betroffen.
Nach den vorliegenden Unterlagen sind derzeit 454 Gläubiger erfasst.
Die Passiva betragen laut Antrag EUR 62.595.000,00, die Aktiva ausgehend von Buchwert von rund
EUR 52,1 Mio. werden auf rund EUR 6.958.000,00 zu Liquidationswerten abgewertet.
Eine Fortführung des Unternehmens sowie die Sanierung werden angestrebt.
Den Gläubigern soll ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 %, zahlbar binnen 24 Monaten,
angeboten werden.

Unternehmensdaten

Mit heutigem Tag hat die Christof Industries Austria GmbH mit dem Sitz in 8051 Graz, Plabutscherstraße 115 ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beim Landesgericht für ZRS Graz beantragt. Das Insolvenzverfahren wurde vom Insolvenzgericht noch nicht eröffnet.

Die Antragstellerin ist Teil der Christof Industries-Unternehmensgruppe und im Maschinen- und Anlagenbau tätig. Das Unternehmen deckt Leistungen entlang des gesamten Lebenszyklus von Industrieanlagen ab und ist insbesondere in den Bereichen Mechanik, Elektrik sowie Service- und Wartungsleistungen für industrielle Anlagen tätig.

Alleingesellschafterin der Antragstellerin ist die FMT Industrieholding GmbH.

Als Geschäftsführer fungieren Johann Christof sowie DI Wolfgang Körner.

Insolvenzursachen / Vermögenslage

Über das Vermögen des Unternehmens war bereits im Jahr 2022 ein Insolvenzverfahre anhängig, welches nach Annahme eines Treuhandsanierungsplans aufgehoben wurde. Die damals vereinbarte 20%ige Quote wurde erfüllt.

Im Zuge des Vorverfahrens wurden diverse Restrukturierungsmaßnahmen wie die Schließung einzelner Teilbereiche sowie eine Reduktion des Mitarbeiterstandes durchgeführt.

Die Gründe für das neuerliche Abgleiten in die Insolvenz führt die Antragstellerin auf die Folgen der COVID-19-Pandemie, massive Störungen in der Projektabwicklung, die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Konflikts, starke Energiepreissteigerungen sowie Kostenüberschreitungen bei Großprojekten zurück. Bereits im Jahr 2022 war ein Sanierungsverfahren erforderlich, welches im Jahr 2023
erfolgreich abgeschlossen und der Sanierungsplan vollständig erfüllt wurde.

Nach den Angaben der Antragstellerin konnte seit Abschluss des früheren Sanierungsverfahrens keine ausreichende Bankfinanzierung erlangt werden. Zusätzlich belastete ein in London geführtes Schiedsverfahren die wirtschaftliche Entwicklung. Der Ende August 2026 ergangene Schiedsspruch fiel laut Antragstellerin überraschend nur zu einem Bruchteil zu ihren Gunsten aus und führte letztlich zu einem erheblichen Liquiditätsengpass.

Die Antragstellerin führt weiters aus, rechnerisch überschuldet zu sein. Den vorhandenen Vermögenswerten stehen erhebliche Verbindlichkeiten gegenüber. Die Passiva betragen laut Antrag EUR 62.595.000,00, die Aktiva ausgehend von Buchwert von rund EUR 52,1 Mio. werden auf rund EUR 6.958.000,00 zu Liquidationswerten abgewertet.

Gemäß den vorliegenden Unterlagen sind von diesem Verfahren derzeit 454 Gläubiger betroffen.

Die Antragstellerin beschäftigt aktuell 180 Dienstnehmer:innen. Löhne und Gehälter wurden laut Antrag bis einschließlich Juli 2026 bezahlt, ebenso 50 % des Urlaubsgeldes.

Weitere Vorgangsweise

Eine Unternehmensfortführung wird angestrebt. Die Antragstellerin beabsichtigt das Unternehmen zu sanieren und ihren Gläubigern einen Sanierungsplan anzubieten. Vorgesehen ist eine Quote von 20 % der angemeldeten Forderungen, zahlbar binnen 24 Monaten nach Annahme des Sanierungsplans und dessen rechtskräftiger Bestätigung.

Forderungsanmeldungen können bereits ab sofort über den AKV durchgeführt werden.

Bei Veröffentlichung wird um Quellenangabe gebeten.

Rückfragenhinweis

AKV EUROPA
Alpenländischer Kreditorenverband

Geschäftsstelle Graz
Tel: 05 04 100 – 8160
Mag. Markus Graf
Tel: 05 04 100-8000