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SIGNA Prime Selection AG

Insolvenzsache

Der Alpenländische Kreditorenverband gibt bekannt, dass über das Vermögen der SIGNA Prime Selection AG (FN 353435h) am Handelsgericht Wien ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet wurde.

Unternehmensdaten

Bei der Insolvenzschuldnerin handelt es sich um einen Teil des SIGNA Konzerns rund um René Benko.

Geschäftsgegenstand der SIGNA Prime Selection AG ist die Beteiligung an Gesellschaften sowie Investments- und Immobilienfonds (Real Estate-Bereich der SIGNA-Gruppe), darüber hinaus ist die Antragstellerin auch im Geschäftsfeld Retail und Media tätig. Dachgesellschaft ist die mittlerweile ebenso insolvente SIGNA Holding GmbH.

Hauptaktionärinnen der SIGNA Prime Selection AG sind die SIGNA Prime Holding GmbH mit 18,88% Beteiligung sowie wie die ebenfalls insolvente SIGNA Holding GmbH mit einer Beteiligung von 14,54%. Gefolgt von der RAG-Stiftung mit 6,02%, der SIGNA sieben 2017 Prime Beteiligung GmbH & Co KG mit 5,46%, der Laura 2017 Drei GmbH mit 5,09%, der Haselsteiner Familien-Privatstiftung mit 5%, der SIGNA 2019 Eins GmbH & Co KG Beteiligung mit 5%, der R V Lebensversicherung AG mit 5%, der FFP Investment UK Ltd mit 5%, der MIELI II S.a.r.l. mit 5% sowie der SIGNA Prime 2019 Acht AT GmbH & Co KG mit 4,63%.

Vorstandsmitglieder sind Dkfm. Dr. Erhard Grossnigg, geb. 22.09.1946 (wurde am 01.12.2023 bestellt, noch nicht im Firmenbuch eingetragen), Mag. Manuel Pirolt, geb. 10.10.1983 (vertritt seit 19.06.2013 gemeinsam mit einem weiteren Vorstandsmitglied oder einer/einem Prokuristin/Prokuristen) sowie Tobias Sauerbier, geb. 14.07.1977 (vertritt seit 01.03.2019 gemeinsam mit einem weiteren Vorstandsmitglied).

Vermögenslage

Die Schuldnerin ist im Real Estate-Bereich der gesamten SIGNA-Gruppe die größte Gesellschaft, und handelt es sich auch um eine der größten im Bereich der Gewerbeimmobilienbereich in Europa. So verfügt die Antragstellerin über ein umfangreiches Immobilienportfolio. Hierzu zählen derzeit 54 Immobilien und fallen hierunter unter anderem das „Goldene Quartier“, die Postsparkasse oder der Verfassungsgerichtshof in Wien, das Kaufhaus Tyrol in Innsbruck das Upper West, der Ku’Damm und das KaDeWe in Berlin, das Alsterhaus in Hamburg, das Oberpollinger in München sowie das Selfridges in London. Der Gross Value Asset beläuft sich nach vorliegenden Unterlagen auf rund EUR 19,3 Mrd.

Diese Immobilien stehen im Eigentum von eigenständigen Besitzgesellschaften, an denen die Antragstellerin mittelbar über in- sowie ausländische Beteiligungsketten (vorwiegend mehrheitlich oder alleine). Sohin handelt es sich bei der Antragstellerin um eine Holding- und Beteiligungsgesellschaft und liegt deren wesentliches Vermögen in inländischen sowie ausländischen Beteiligungen und Konzernforderungen.

Die Antragstellerin ist an insgesamt 369 Gesellschaften beteiligt. Dabei handelt es sich um Besitzgesellschaften, Finanzierungsgesellschaften, Service-Gesellschaften, Zwischenbau und Vorratsgesellschaften.

Insolvenzursachen

Das Abgleiten in die nunmehrige Insolvenz führt die Antragstellerin vor allem auf die abrupte Erhöhung des Leitzins seitens der EZB im Juli 2022, sowie auf eine hohe Inflation und den erheblichen Kostendruck infolge anhaltender hoher Energiepreise und Lohnzuwächse sowie die damit einhergehenden finanziellen Engpässen zurück. Auch ist der Transaktionsmarkt für Immobilien zum Stillstand gekommen.

Diese Rahmbedingungen in der Verbindung mit den Insolvenzen der SIGNA-Holding und der SIGNA SPORTS UNITED in Deutschland macht letztendlich auch die Refinanzierung einer Anleihe über EUR 200 Mio. unmöglich.

Gemäß der vorliegenden Unterlagen sollen vom gegenwärtigen Insolvenzverfahren derzeit 349 Gläubiger, sowie 28 Dienstnehmer mit Gesamtforderungen von rund EUR 4,5 Mrd. betroffen sein. Die Antragstellerin selbst beziffert ihre Aktiva mit rund EUR 1,3 Mrd. weshalb gemäß eigenen Angaben eine Überschuldung von rund EUR 3,2 Mrd. bestehen soll.

Weitere Vorgangsweise

Eine Unternehmensfortführung wird von der Antragstellerin angestrebt und ist in weiterer Folge eine Entschuldung im Rahmen eines Sanierungsplanes beabsichtigt.

Hierfür wird den Gläubigern folgender Sanierungsplan angeboten:

Die Gläubiger erhalten eine Quote von 30%, zahlbar binnen 2 Jahren.

Die Quote soll nach eigenen Angaben aus einer geordneten Fortsetzung und Verwertung ausgewählten laufender Development-Projekte bzw. die strukturierte Verwertung von Bestandsimmobilien finanziert werden.

Verfahrensdaten

Eröffnung:                                28.12.2023

Anmeldefrist:                           12.02.2024

Insolvenzverwalter:                Mag. Norbert Abel, Rechtsanwalt in 1010 Wien

Gläubigerversammung:         15.01.2024

Prüfungstagsatzung:               26.02.2024

Sanierungsplantagsatzung:   18.03.2024

Forderungsanmeldungen können ab sofort über den AKV angemeldet werden.

Bei Veröffentlichung wird um Quellenangabe gebeten.

Übersicht der Pressemeldungen zu den Insolvenzen der SIGNA-Gruppe

Rückfragenhinweis

AKV EUROPA
Alpenländischer Kreditorenverband

Geschäftsstelle Wien, NÖ, Burgenland
Tel: 05 04 100 – 1380