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M. Lienbacher GmbH

Insolvenzsache

Der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) gibt bekannt, dass über das Vermögen der M. Lienbacher GmbH, FN 31065i, beim zuständigen Landesgericht Ried im Innkreis ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet wurde.

Unternehmensdaten

Die Schuldnerin betreibt die Produktion und den Großhandel mit hochwertigen Beschlägen, Kaminzubehör, Zulieferartikeln, Accessoires sowie Gartenartikeln und beliefert insbesondere den Bau- und Fachhandel sowie Baumärkte; ergänzend wird ein Online-Shop geführt.

Die Schuldnerin betreibt ihr Unternehmen an mehreren Standorten. Am Standort Weikertsham 17 in 5163 Palting befinden sich Handel, zentrale Verwaltung, Lager und Kommissionierung; am Standort Weikertsham 33 in 5163 Palting wird die Produktion geführt. Darüber hinaus besteht ein Standort in Leipzig/Deutschland, an dem insbesondere die Assemblierung und Montage von Glastüren sowie Teile des Online-Handels abgewickelt werden.

Insgesamt beschäftigt die Schuldnerin 87 Dienstnehmer, davon 71 in Österreich und 16 in Deutschland.

Insolvenzursache

Als Insolvenzursachen werden mehrere Faktoren angeführt. Die Errichtung des neuen Produktionsstandortes in Palting führte zu einer erheblichen Liquiditätsbelastung. Grund dafür waren insbesondere covid-bedingte Baukostenerhöhungen. Zudem musste aufgrund behördlicher Auflagen eine neue Pulverbeschichtungsanlage angeschafft werden.

Nach dem covid-bedingten Umsatzboom kam es in den Bereichen Kamin, Garten und Beschläge zu einem deutlichen Umsatzrückgang. In Deutschland ging zudem der Absatzmarkt für Kaminzubehör zurück. Ursache dafür waren geänderte bzw. gestrichene Förderungen für Biomasse-Heizungen und Kaminöfen.

Zusätzlich verschärfte ein wesentlicher Lieferant seine Zahlungsbedingungen. Bisherige längere Zahlungsziele wurden auf nahezu Sofortzahlung umgestellt. Dadurch erhöhten sich die Lieferverbindlichkeiten deutlich.

Schließlich scheiterte die geplante Umstrukturierung der Bankverbindlichkeiten. Die erforderliche Erhöhung der Kreditlinien wurde nicht umgesetzt. Der Schuldnerin standen daher keine ausreichenden liquiden Mittel mehr zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs zur Verfügung.

Vermögenswerte

Laut der uns vorliegenden Gläubigerliste sind derzeit rund 250 Gläubiger von dieser Insolvenz betroffen.

Die Passiva der Schuldnerin werden mit insgesamt rund EUR 13,98 Mio. angegeben. Davon entfallen rund EUR 11,20 Mio. auf Bankverbindlichkeiten, rund EUR 680.000,00 auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, rund EUR 830.000,00 auf Gesellschafterverbindlichkeiten und rund EUR 1,27 Mio. auf sonstige Verbindlichkeiten einschließlich Löhnen.

Die Aktiva der Schuldnerin werden zu Buchwerten mit rund EUR 21,45 Mio. angegeben. Davon entfallen rund EUR 8,15 Mio. auf das Anlagevermögen und rund EUR 13,30 Mio. auf das Umlaufvermögen. Das Umlaufvermögen besteht im Wesentlichen aus Vorräten von rund EUR 10,80 Mio., Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von rund EUR 2,20 Mio. sowie sonstigen Forderungen von rund EUR 290.000,00. Bei den Vorräten und Forderungen ist laut Schuldnerangaben mit deutlichen Abwertungen zu rechnen.

Weitere Vorgangsweise

Der Betrieb kann aus Sicht der Antragstellerin fortgeführt werden. Die Fortführung soll aus der Einbringung offener Kundenforderungen, laufenden Umsätzen und einer teilweisen Lagerverwertung finanziert werden.

Zur Entschuldung wurde ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 %, zahlbar binnen 24 Monaten, angeboten.

Verfahrensdaten

Eröffnung: 26.06.2026

Anmeldefrist: 26.08.2026

Insolvenzverwalter: APOR Unternehmensverwaltung GmbH

Prüfungstagsatzung: 09.09.2026

Sanierungsplantagsatzung: 14.10.2026

Forderungsanmeldungen können ab sofort über den AKV angemeldet werden.

Bei Veröffentlichung wird um Quellenangabe gebeten.

Rückfragenhinweis

AKV EUROPA
Alpenländischer Kreditorenverband

Geschäftsstelle Linz

Tel: 05 04 100-4000