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PRINTBERRY Distribution GmbH
Insolvenzsache
Der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) gibt bekannt, dass die PRINTBERRY Distribution GmbH, FN179472f, neuerlich ihren laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann und deshalb einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, diesmal in Form eines Konkursverfahrens, beim Landesgericht Linz eingebracht hat. Der AKV EUROPA erwartet, dass das Verfahren in den nächsten Tagen eröffnet wird.
Insolvenzursachen
Die antragstellende Schuldnerin hat ihren Sitz in Linz handelte als Großhändler mit Druckerzubehör, IT‑Peripherie und Büromaterial. Das Unternehmen arbeitete mit schlanken Strukturen, einem kleinen Team und gemieteten Büro‑ und Lagerflächen. Die Kunden befanden sich überwiegend in Deutschland, während die Ware primär aus Drittstaaten bezogen wurde.
Bereits im Jahr 2023 wurde ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Dieses endete mit Annahme des Sanierungsplans und seiner gerichtlichen Bestätigung. Die letzte Sanierungsplanrate konnte jedoch nicht mehr erfüllt werden.
Die wirtschaftliche Entwicklung der Schuldnerin war bereits seit längerem herausfordernd, da das Geschäftsmodell auf niedrigen Deckungsbeiträgen beruhte. Die Marge lag typischerweise im Bereich von rund 8–10 %, was eine sehr effiziente Organisation sowie hohe Umschlaggeschwindigkeit erforderlich machte.
Trotz Restrukturierungen im Zuge des Insolvenzverfahrens aus dem Jahr 2023 zeigte sich das Unternehmen nach außen hin stabil genug, um die ersten beiden Sanierungsplanquoten zu bedienen. Allerdings kam es im Sommer 2025 zu einem erheblichen Schadensfall: Ein ehemaliger Mitarbeiter entwendete Waren im Wert von rund EUR 160.000,00 und veräußerte diese gemeinsam mit einem mutmaßlichen Mittäter unter Verwendung gefälschter Zertifikate ins Ausland. Der Täter wurde strafrechtlich verurteilt; zivilrechtliche Schritte sind anhängig, werden jedoch durch das neuerliche Insolvenzverfahren unterbrochen.
Dieser massive Vermögensverlust entzog dem Unternehmen die Liquidität, die notwendig gewesen wäre, um die letzte Sanierungsplanquote zu bedienen. In der Folge stellte die Schuldnerin ihre Zahlungen ein und beantragte die Eröffnung des vorliegenden Konkursverfahrens. Eine Fortführung oder Sanierung des Unternehmens ist ausdrücklich nicht beabsichtigt.
Zuletzt war im Unternehmen 1 Dienstnehmer beschäftigt.
Vermögenslage und Ausblick
Laut Eröffnungsantrag der Schuldnerin belaufen sich die Verbindlichkeiten der Antragstellerin auf rund EUR 4,5 Mio bei etwa 50 Gläubigern.
Demgegenüber steht nur geringwertiges Aktivvermögen. Laut Status zu Zerschlagungswerten verfügt die Gesellschaft über folgende Vermögenswerte:
- freies verwertbares Vermögen: rund EUR 25.000,00
- Warenlager (ehemaliger Einkaufspreis): rund EUR 80.500,00, jedoch schwer verwertbar
- Beteiligungen: Genossenschaftsanteile EUR 14.000,00
- geringes Anlagevermögen (Wickelmaschine, Stapler, Büro‑/IT‑Ausstattung)
Keine Fortführung
Die Schuldnerin strebt keine Fortführung an und sollen die vorhandenen Vermögenswerte im Zuge des Konkursverfahrens verwertet werden. Das Vermögen ist begrenzt und teilweise schwer realisierbar, weshalb eine niedrige Quote für die Insolvenzgläubiger zu erwarten ist. Der anhängige Schadenersatzprozess wird durch das Verfahren unterbrochen und bietet kurzfristig keine Verbesserung der Masse.
Forderungsanmeldungen können ab sofort über den AKV angemeldet werden.
Bei Veröffentlichung wird um Quellenangabe gebeten.
Rückfragenhinweis
AKV EUROPA
Alpenländischer Kreditorenverband
Mag. Daniel Nobis, LL.B.
Geschäftsstelle Linz
Tel: 05 04 100 – 4000

