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Prüfungstagsatzung: WOLLSDORF LEDER SCHMIDT & Co. Ges.m.b.H.
Insolvenzsache
Der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) gibt bekannt:
Mit unserer Pressemitteilung vom 09.01.2026 gaben wir bekannt, dass aufgrund eines Eigenantrages ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung über das Vermögen der WOLLSDORF LEDER SCHMIDT & Co. Ges.m.b.H. vor dem LG für ZRS Graz eröffnet wurde.
Am heutigen Tag, dem 26.02.2026, fanden in diesem Verfahren die Berichts- und Prüfungstagsatzung statt.
Im Verfahren liegen bislang Forderungsanmeldungen in der Höhe von EUR 25.651.868,28 vor, welche im Ausmaß von EUR 19.531.640,02 anerkannt wurden.
Zu Beginn des Verfahrens war der Unternehmensbetrieb zu stabilisieren, um Vermögenswerte zu erhalten. Hier erfolgten Unterstützungsleistungen seitens der Wollsdorf Holding GmbH bzw. der Wollsdorf Holding Schmidt GmbH. Flankierend wurden Fortführungsvereinbarungen mit den wichtigsten Auftraggebern im Automobilbereich geschlossen.
Das schuldnerische Unternehmen wird seit Verfahrenseröffnung fortgeführt, wobei hier zur Zeit positive Ergebnisse dargestellt werden können.
Der Großteil der Umsätze wird Intercompany (vor allem) gegenüber der Schwesterngesellschaft Wollsdorf Components d.o.o. in Kroatien erzielt. Die Schuldnerin fungiert überwiegend als Zulieferin. Direktumsätze mit Kunden stellen nur einen überschaubaren kleineren Anteil am Umsatz dar.
Anzumerken ist, dass die Produktionsverlagerung nach Mexico bereits im letzten Jahr begonnen hatte (und auch nicht mehr reversibel ist) und soll die Verlagerung der gesamten Produktion bis voraussichtlich 30.04.2026 abgeschlossen sein.
Korrespondierend wurde mit Mitte Februar die etappenweise Schließung des Standortes Österreich begonnen. Die ersten Unternehmensbereiche im Nassbereich wurden bereits geschlossen bzw. die Schließung beantragt.
Das Unternehmen hatte zu Beginn des Verfahrens 361 Dienstnehmer, nach Schließung des gesamten Nassbereiches werden noch 212 Dienstnehmer im Unternehmen tätig sein.
Bis 30.04.2026 sollen noch diverse weitere Teilbetriebsschließungen (aufgrund der Verlagerung nach Mexico) folgen und schlussendlich ein Mitarbeiterstamm von voraussichtlich rund 50 Mitarbeitern – im Falle einer positiven Sanierung – in Österreich verbleiben. In Österreich sollen insbesondere die Konzernsteuerungsfunktion und der Handel mit Spezialleder verbleiben.
Die Aktiva wurden im Insolvenzantrag mit EUR 4,95 Mio. angegeben, wobei insbesondere hinsichtlich gehaltener Beteiligungen bzw. bestehender intercompany-Forderungen massive Wertberichtigungen durchgeführt wurden, welche derzeit in Prüfung stehen.
Im Hinblick auf die weiterhin geplante Sanierung und die damit verbundenen Teilbetriebsschließungen bzw. beabsichtige Verwertung von Anlage- und Umlaufvermögen zur Finanzierung der Sanierungsquote ist von einer Erstreckung der Sanierungsplantagsatzung, welche für den 26.03.2026 anberaumt wurde, auszugehen.
Die Schuldnerin hat ihren Gläubigern einen Sanierungsplan mit einer Quote von 20 % binnen 2 Jahren angeboten. Im weiteren Verfahrensgang wird abzuwarten sein, inwiefern – mit Blick auf die noch zu prüfende Angemessenheit und Erfüllbarkeit – eine entsprechende Konkretisierung des Sanierungsplanvorschlags erfolgt.
Bei Veröffentlichung wird um Quellenangabe gebeten.
Rückfragenhinweis
AKV EUROPA
Alpenländischer Kreditorenverband
Geschäftsstelle Graz
Tel: 05 04 100 – 8000
Mag. Markus Graf
Tel: 05 04 100-8000

