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AKV Insolvenzstatistik – 1. Quartal 2026

// Einleitung

Die AKV-Insolvenzstatistik für das Jahr 2025 hat gezeigt, dass durch die Rezession in den Jahren 2023 und 2024 die Insolvenzzahlen in allen Branchen auf einen Höchststand emporgeschnellt sind. So hatte Österreich 2025 das dritte Rekordpleitenjahr in Folge im Bereich der eröffneten Firmeninsolvenzen zu verzeichnen.

Das 1. Quartal 2026 spiegelt die Unsicherheiten in der österreichischen Wirtschaft wider. Die langsame, fragile Erholung der österreichischen Wirtschaft ist durch den Nahost-Konflikt unsicher geworden und die geopolitischen Turbulenzen wirken sich negativ auf die Investitionsbereitschaft und somit auf die Nachfrage nach österreichischen Industriegütern aus. Steigende Energiepreise und ein dadurch bedingter Anstieg der Inflation beeinträchtigen weiterhin auch das Konsumverhalten.

Dieser wirtschaftliche Rahmen führte in der Insolvenzstatistik für das 1. Quartal 2026 zu einem Rückgang von 7,77 % an eröffneten Firmeninsolvenzen (1.045). Eine massiv konträre Entwicklung ist bei den Insolvenzabweisungen mangels Masse festzustellen, welche um 26,56 % auf 891 Abweisungsbeschlüsse zugenommen haben. Dadurch haben die 1.936 Gesamtinsolvenzen (Eröffnungen und Abweisungen) um 5,39 % gegenüber dem 1. Quartal 2025 zugenommen.

Richtet man einen Blick auf die eröffneten Firmeninsolvenzen, so zeigt sich, dass der Jänner und Februar 2026 auf eine langsame Erholung der Wirtschaftslage deuten, nachdem im Monatsdurchschnitt weniger Verfahren als in den letzten beiden Jahren eröffnet wurden. Der März 2026 mit überdurchschnittlichen 413 Eröffnungen lässt Zweifel an einer wirtschaftlichen Erholung aufkommen.

//  Firmeninsolvenzeröffnungen im Monatsdurchschnitt

Diese Zweifel werden durch die Entwicklung bei den Verfahrensabweisungsbeschlüssen bestärkt, nachdem diese um 26,56 % gegenüber dem Vorjahr zugenommen haben.

Das 1. Quartal 2026 zeigt, dass verstärkt mehrere Branchen von Insolvenzen betroffen sind. Während im Jahr 2025 noch 9 der 10 nach Passiva größten Unternehmungen allesamt in der Immobilienentwicklung tätig waren, trifft dies für das 1. Quartal 2026 nur mehr auf 3 Fälle in den Top-10 zu. Weitere 3 Verfahren der größten Insolvenzen im 1. Quartal 2026 betreffen Autozulieferbetriebe, nämlich die beiden WOLLSDORF Gesellschaften und die EITEK GmbH. Bei diesen Gesellschaften sind auch die meisten Dienstnehmer betroffen, wobei der Verlust annähernd sämtlicher Arbeitsplätze trotz anhängiger Sanierungsverfahren zu befürchten ist.

Zum Privatkonkurssektor ist auszuführen, dass sich die Verfahren am Vorjahresniveau befinden, nachdem die Abnahme auf 2.242 eröffnete Privatkonkurse lediglich – 1,06 % beträgt. Drastisch angestiegen sind jedoch die Verbindlichkeiten auf EUR 349 Mio., wodurch die Durchschnittsverschuldung von EUR 113.200 (1. Quartal 2025) auf EUR 155.600 gestiegen ist. Ausschlaggebend dafür ist die Privatinsolvenz eines geschäftsführenden Gesellschafters einer Immobiliengruppe mit Verbindlichkeiten in der Höhe von circa EUR 54,6 Mio.

Im Detail haben sich die Firmen- und Privatinsolvenzen im 1. Quartal 2026 österreichweit wie folgt entwickelt:

// FIRMENINSOLVENZEN

Im 1. Quartal 2026 haben sich die Firmeninsolvenzen wie folgt entwickelt:

1. Quartal 2026  2025 +/-
Eröffnete Insolvenzverfahren 1.045 1.133 – 7,77 %
Verfahrensabweisungsbeschlüsse 891 704 + 26,56 %
Firmeninsolvenzen gesamt 1.936 1.837 + 5,39 %

Die eröffneten Firmeninsolvenzen sind im 1. Quartal 2026 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Jahres 2025 um 7,77 % auf 1.045 Verfahren gesunken.

Alarmierend sind jedoch die Verfahrensabweisungen mangels Masse. Diese Verfahrensabweisungsbeschlüsse haben im 1. Quartal 2026 um 26,56 % zugenommen, nachdem 891 Insolvenzanträge abgewiesen wurden, weil kein kostendeckendes Vermögen vorhanden war.

// Entwicklung der eröffneten Firmeninsolvenzen in den einzelnen Bundesländern

Die Veränderungen in den einzelnen Bundesländern für das 1. Quartal 2026 ergeben sich aus nachstehender Tabelle und Grafik:

1. Quartal 2026  2025 +/-
Wien 355 403 – 11,91 %
Niederösterreich 175 216  – 18,98 %
Oberösterreich 119 133   – 10,53 %
Salzburg 53 68  – 22,06 %
Tirol 49 69  – 28,99 %
Vorarlberg 42 27  + 55,56 %
Burgenland 39 34 + 14,71 %
Steiermark 149 126 + 18,25 %
Kärnten 64 57  + 12,28 %
eröffnete Firmeninsolvenzen 1.045 1.133 – 7,77 %

Die größten Abnahmen gab es in Tirol (- 28,99 %), gefolgt von Salzburg (- 22,06 %), Niederösterreich (- 18,98 %) und Wien (- 11,91 %).

Die meisten Verfahren, nämlich 355, wurden beim HG Wien eröffnet.

Entgegen dem Bundestrend haben in den Bundesländern Vorarlberg (+ 55,56 %), Steiermark (+ 18,25 %), Burgenland (+ 14,71 %) und Kärnten (+ 12,28 %) die eröffneten Firmeninsolvenzverfahren zugenommen.

// gefährdete Arbeitsplätze

Vorletzte Woche veröffentlichte das AMS die weiter gestiegenen Arbeitslosenzahlen. Am Insolvenzsektor ist die Anzahl der betroffenen Dienstnehmer weitgehend konstant geblieben, wie nachstehende Aufstellung zeigt:

1. Quartal 2026: 4.252
1. Quartal 2025: 4.394

In diesen Zahlen sind jene Dienstnehmer nicht erfasst, deren Arbeitsverhältnisse bereits vor Insolvenzeröffnung aufgelöst wurden.

Im 1. Quartal 2026 haben folgende Insolvenzen die meisten Arbeitsplätze gefährdet:

Top 5 Insolvenzen Österreich nach Dienstnehmer

 Gericht Name DN
27 S 7/26w WOLLSDORF LEDER SCHMIDT & Co. Ges.m.b.H.
8181 WOLLSDORF Wollsdorf 80
361
36 S 7/26k EITEK GmbH
2435 EBERGASSING Götzendorferstraße 3-5
319
19 S 24/26s Nothegger Transport Logistik GmbH
6393 ST. ULRICH AM PILLERSEE Niedersee 12
191
11 S 27/26w Mediashop GmbH
2620 NEUNKIRCHEN Schneiderstraße 1 Top 1
163
27 S 57/26y ADA Möbelwerke Holding AG
8184 ANGER Baierdorf-Umgebung 61
96

Wie bereits einleitend ausgeführt, ist derzeit trotz anhängiger Sanierungsverfahren mehr als zweifelhaft, ob die Arbeitsplätze in den Verfahren WOLLSDORF und EITEK in Österreich erhalten bleiben. Im Verfahren WOLLSDORF wird bereits von Schuldnerseite ausgeführt, dass eine Verlagerung der Produktion ins Ausland konzernintern beschlossen ist.

// Top 10 Insolvenzen Österreich nach Passiva

GZ Name Passiva [EUR]
51 S 7/26a Laura Privatstiftung
6020 INNSBRUCK Museumstraße 25
1.071.650.000
25 S 1/26y LL-resources GmbH
8010 GRAZ Gadollaplatz 1/10. OG
130.752.000
25 S 51/26a Domaines Kilger GmbH & Co KG
8462 GAMLITZ Eckberger Weinstraße 32
81.530.000
11 S 27/26w Mediashop GmbH
2620 NEUNKIRCHEN Schneiderstraße 1 Top 1
45.000.000
25 S 7/26f Wollsdorf International GmbH
8181 WOLLSDORF Wollsdorf 80
32.000.000
Einzelunternehmen
1010 WIEN
30.000.000
28 S 200/25b DA VINCI Waldgarten GmbH
WIEN 1120 Schönbrunner Schloßstraße 37A
26.000.000
27 S 7/26w WOLLSDORF LEDER SCHMIDT & Co. Ges.m.b.H
8181 WOLLSDORF Wollsdorf 80
25.652.000
59 S 16/26y NeFa Beteiligung und Verwaltung GmbH
1090 WIEN Widerhofergasse 8/2/16
25.403.000
36 S 7/26k EITEK GmbH
2435 EBERGASSING Götzendorferstraße 3-5
20.801.000

// Gesamtpassiva der eröffneten Unternehmensinsolvenzen

Nach den zahlreichen bekannten Milliardenpleiten der letzten Jahre aus dem Umfeld SIGNA/Rene Benko reiht sich im 1. Quartal 2026 nun auch die Laura Privatstiftung als weitere Großinsolvenz ein.

Während im Gesamtjahr 2025 9 der 10 nach Passiva größten Unternehmen in der Immobilienentwicklung tätig waren, befinden sich im 1. Quartal 2026 nur mehr 3 (Laura Privatstiftung, DA VINCI Waldgarten und NeFa) Unternehmungen aus dieser Branche unter den Top-10. 2 Unternehmen sind dem Handel (LL-resources GmbH und Mediashop) zuzuordnen und bei 3 Unternehmen (Wollsdorf International GmbH, WOLLSDORF LEDER SCHMIDT & Co. Ges.m.b.H und EITEK GmbH) handelt es sich um Zulieferer im Automotivbereich, wobei ein erheblicher Personalabbau in dieser Branche auch außerhalb von Insolvenzverfahren feststellbar ist. In den Verfahren WOLLSDORF ist zu befürchten, dass es zu einer weitgehenden Produktionsverlagerung ins Ausland kommt.

Die Passiva haben sich im 1. Quartal 2026 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 35,77 % reduziert:

Passiva

1. Quartal 2026 EUR 2.295.591.000
1. Quartal 2025 EUR 3.574.288.000

// Branchen

Die meisten Insolvenzfälle sind in der Baubranche (261), im Handel (250) und in der Gastronomie (180) zu verzeichnen.

Bau

Die Bauwirtschaft hat zwar etwas Fahrt aufgenommen, dennoch wurden in dieser Branche im 1. Quartal 2026 261 Unternehmen insolvent, so dass der Bau in der Branchenstatistik an 1. Stelle liegt. Von den Bauinsolvenzen waren unmittelbar 565 Dienstnehmer betroffen.

Die hohen Finanzierungskosten und strengen Kreditregeln belasten weiterhin die Baubranche und führen vor allem im Wohnbau und in der Immobilienentwicklung weiterhin zu zahlreichen Insolvenzen. Erste Anzeichen einer Entspannung wurden für 2026 prognostiziert, sind aber am Insolvenzsektor noch nicht erkennbar.

Handel

Die Handelsbranche ist weiterhin dem starken Mitbewerb des internationalen Online-Handels ausgesetzt. Obwohl die Umsätze nominell wieder steigen, belasten hohe Kosten und eine anhaltende Konsumzurückhaltung die Ertragslage vieler Handelsunternehmen.

Im 1. Quartal 2026 wurden im Handel – mit 250 Fällen – die zweitmeisten Insolvenzen verzeichnet. In diesem Segment waren in den eröffneten Insolvenzen auch 653 Dienstnehmer betroffen. Von den 250 betroffenen Handelsunternehmen wurde über das Vermögen von 173 auch tatsächlich ein Insolvenzverfahren eröffnet.

Gastronomie

Zuletzt sollen die Umsätze in der Gastronomiebranche nominell leicht gestiegen sein, wobei diese Entwicklung inflationsbedingt primär auf gestiegene Preise zurückzuführen ist. Tatsächlich sollen die realen Umsätze gesunken sein und die Branche leidet weiterhin unter hohen Lohn- und Energiekosten, gestiegenen Kosten im Bereich der Wareneinsätze und einem Fachkräftemangel. Es lässt sich vermehrt beobachten, dass Betriebe trotz stabiler Auslastung keine Gewinne erwirtschaften können.

Der Bereinigungsprozess führte auch in der Gastronomie zu 180 Insolvenzen. Über das Vermögen von 139 Gastronomiebetrieben wurde tatsächlich ein Insolvenzverfahren eröffnet und unmittelbar betroffen waren 512 Dienstnehmer.

In diese Branche fällt auch der Teilbereich Beherbergung, welcher auf Grund der starken und positiven Tourismuszahlen am Insolvenzsektor eine untergeordnete Rolle einnimmt.

Produktion (Herstellung von Waren)

Die Immobilienkrise hat uns in den letzten Jahren Insolvenzen mit Passiva in Milliardenhöhe beschert, so dass 9 der 10 größten Insolvenzen nach Passiva im Jahr 2025 der Immobilienbranche zuzuordnen waren. Die Statistik für das 1. Quartal 2026 zeigt, dass zunehmend auch Produktionsbetriebe, vor allem im Automotivbereich, in die Insolvenz geschlittert sind, nämlich 61 Unternehmen. So waren im 1. Quartal 2026 die meisten Dienstnehmer, nämlich 1.224 in insolventen Produktionsbetrieben beschäftigt. Hervorzuheben sind die Insolvenzen der EITEK, von WOLLSDORF und der ADA.

In diesem Bereich sind insbesondere die hohen Lohn- und Energiekosten insolvenzursächlich und oftmals sind die Verfahren mit Produktionsauslagerungen ins Ausland verbunden.

// Antragsstellungen

Firmeninsolvenzen können über Eigenantrag des schuldnerischen Unternehmens oder über einen Gläubigerantrag eröffnet werden. Im 1. Quartal 2026 sah das Verhältnis von Eigen- zu Gläubigeranträgen wie folgt aus:

 
Eigenanträge 479 45,84 %
Gläubigeranträge 566 54,16 %
Gesamt 1.045 100,00 %

Mehrheitlich sind leider weiterhin die Insolvenzeröffnungen nicht auf Initiativen der schuldnerischen Unternehmen, sondern auf Gläubigeranträge zurückzuführen.

Wöchentlich wurden heuer über das Vermögen von 80 Unternehmen in Österreich Insolvenzverfahren eröffnet.

// Aufhebungen Firmeninsolvenzen

Sanierungsplan 189 20,72 %
Zahlungsplan 43 4,71 %
Verteilung 352 38,60 %
Nullquote 298 32,68 %
Abschöpfung 8 0,88 %
Sonstiges 22 2,41 %
Gesamt 912 100,00 %

Im 1. Quartal 2026 wurden 912 Firmeninsolvenzen aufgehoben. 20,72 % der Verfahren endeten mit einem zwischen Schuldnern und Gläubigern abgeschlossenen Sanierungsplan. Dieser Wert liegt weit unter den Sanierungsquoten der Vorjahre, nachdem 2025 noch 25,67 % und im Jahr 2024 sogar 29,09 % der Verfahren mit Sanierungsplänen beendet wurden. In Zusammenschau mit den angestiegenen Verfahrensabweisungen mangels Masse kratzt diese Entwicklung am Image Österreichs, welches sich in der Vergangenheit mit weltweit führenden Sanierungs- und Auszahlungsquoten in Insolvenzen ausgezeichnet hat.

// Ausblick Firmeninsolvenzen

In politisch unsicheren Zeiten sind Prognosen schwierig zu treffen, da es hier jederzeit zu unvorhersehbaren wirtschaftspolitischen Veränderungen kommen kann und die prognostizierte Stabilisierung der österreichischen Wirtschaft in Frage gestellt werden muss. Der AKV rechnet mit einer gleichbleibenden Entwicklung bis zum Jahresende 2026, so dass 2026 circa 4.100 eröffnete Firmeninsolvenzen zu erwarten sind. Trotz der geopolitischen Turbulenzen und der eingetrübten Stimmungsindikatoren hofft der AKV auf eine leichte Erholung, jedoch würden die 4.100 eröffneten Firmeninsolvenzen nur geringfügig unter den Rekordwerten der Jahre 2024 und 2025 liegen. Die unerwartete Entwicklung im Bereich der exorbitant gestiegenen Insolvenzabweisungsbeschlüsse würde jedoch zu einem Anstieg der Gesamtinsolvenzen führen, nachdem eine gleichbleibende Entwicklung zu circa 3.600 Verfahrensabweisungsbeschlüssen im Gesamtjahr 2026 führen würde.

// Privatinsolvenzen

Im 1. Quartal 2026 haben sich die Schuldenregulierungsverfahren wie folgt entwickelt:

1. Quartal 2026  2025 +/-
Schuldenregulierungsverfahren 2.242 2.266 – 1,06 %
Verfahrensabweisungsbeschlüsse 249 241 + 3,32 %
Privatinsolvenzen gesamt 2.491 2.507 – 0,64 %

Die Privatinsolvenzen bewegen sich somit im Wesentlichen auf dem Vorjahresniveau, nachdem die eröffneten Verfahren leidglich um 1,06 % abgenommen haben.

Die Eröffnungen liegen jedoch weit hinter den Eröffnungen der Rekordjahre 2018 und 2019, dies trotz der gestiegenen Arbeitslosenzahlen.

Von den 2.242 eröffneten Verfahren entfallen 90 Verfahren auf Gesamtvollstreckungen. Es handelt sich dabei um Privatinsolvenzen, welche über Gläubigeranträge eröffnet wurden.

// Entwicklung der Privatinsolvenzen in den einzelnen Bundesländern

Bis auf Wien (+ 3,09 %), Vorarlberg (+ 16,67 %) und Oberösterreich (+ 3,57 %) liegen in allen anderen Bundesländern Abnahmen vor, den größten Rückgang hat Tirol (- 22,99 %) zu verzeichnen, wie nachstehende Tabelle und Grafik zeigt:

2026  2025 +/-
Wien 834 809 + 3,09 %
Niederösterreich 306 317 – 3,47 %
Oberösterreich 348 336 + 3,57 %
Salzburg 91 100 – 9,00 %
Tirol 144 187 – 22,99 %
Vorarlberg 133 114 + 16,67 %
Burgenland 29 35 – 17,14 %
Steiermark 215 221 – 2,71 %
Kärnten 142 147 – 3,40 %
eröffnete Privatinsolvenzen 2.242 2.266 – 1,06 %

Im 1. Quartal 2026 wurden wöchentlich 172 Privatinsolvenzverfahren eröffnet.

Die Gesamtpassiva der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren sind von EUR 256,72 Mio. auf EUR 349,02 Mio. gestiegen, so dass sich auch die Durchschnittsverschuldung von EUR 113.200 massiv auf EUR 155.600 erhöht hat.

Ausschlaggebend für diese Entwicklung ist vor allem die Privatinsolvenz eines geschäftsführenden Gesellschafters einer Immobiliengruppe, der in seinem Eigenantrag auf Grund der übernommenen Haftungen und Bürgschaften seine Verbindlichkeiten mit EUR 54,6 Mio. angibt.

63,11 % (1.415) der Privatinsolvenzen entfallen auf Männer, deren Durchschnittsverschuldung in der Höhe von EUR 184.900 über jener der Frauen von EUR 105.600 liegt.

Die Passiva und die Durchschnittsverschuldung der einzelnen Altersgruppen stellen sich wie folgt dar:

Eröffnungen Passiva Durchschnitt
Total 2.242 (2.266) 349.022.000 155.600
Männer 1.415 (1.431) 261.644.000 184.900
Frauen 827 (835) 87.378.000 105.600
bis 24 Jahre
Total 51 (53) 2.486.000 48.700
Männer  27 (27) 1.235.000 45.700
Frauen  24 (26) 1.251.000 52.100
25 – 39 Jahre
Total 794 (724) 139.528.000 175.700
Männer 499 (468) 112.909.000 226.200
Frauen 295 (256) 26.619.000 90.200
40 – 59 Jahre
Total 1.067 (1.165) 138.009.000 129.300
Männer 673 (718) 96.293.000 143.000
Frauen 394 (447) 41.716.000 105.800
60+ Jahre
Total 329 (324) 68.898.000 209.400
Männer 215 (218) 51.106.000 237.700
Frauen 114 (106) 17.792.000 156.000

// Ausblick Privatinsolvenzen

Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den steigenden Arbeitslosenzahlen sind kaum Veränderungen am Privatkonkurssektor zu beobachten. Aus diesem Grund geht der AKV davon aus, dass wir im Gesamtjahr 2026 mit etwa 8.900 eröffneten Privatinsolvenzen rechnen können.

Eine Prognose wird dadurch erschwert, dass im Juli 2026 die 3-jährige Laufzeit eines Tilgungsplans ausläuft. Diese würde sich wieder auf 5 Jahre verlängern, wenn der Gesetzgeber die für Verbraucher „auf Probe“ eingeführten Bestimmungen nicht prolongiert. Diesfalls wäre im 2. Quartal 2026 mit einem „Run“ auf die Privatkonkursgerichte zu rechnen, weil viele Schuldner noch versuchen werden in den Genuss der 3-jährigen Laufzeit eines Tilgungsplans zu kommen.

Bei Veröffentlichung wird um Quellenangabe gebeten.

Rückfragenhinweis

Mag. Franz Blantz
Bereichsleiter Insolvenz
Tel. 05 04 100 – 8000
Dr. Cornelia Wesenauer
Pressesprecherin
Leiterin Insolvenzabteilung Wien / NÖ / Bgld.
Tel: 05 04 100 – 1193